Monatsarchiv: Juni 2015

Randy Singer: Das Tribunal

das tribunal

Rezension von Christian Döring:
Die Thriller des Amerikaners Randy Singer waren in den letzten Jahren immer ein Lesehighlight für mich. Aber mit dieser Story beschreitet der Jurist erstmalig ungewohntes Terrain. Und wie er dies tut, ist wahrlich beeindruckend!

Der junge Theophilus ist ebenso wie der spätere römische Kaiser Caligula ein Schüler Senecas. Beide Schüler können sich nicht leiden und werden sich als Männer Jahre später wieder treffen, dann allerdings wird es um Leben und Tod gehen.

Dieser Theophilus ist eine beeindruckende Gestalt. Männer wie Josef von Arimathäa gehören zu seinem Freundeskreis, obwohl er der wichtigste Berater des Pontius Pilatus im Prozess gegen den Wanderprediger Jesus von Nazareth ist. Theophilus schaut Jesus wenige Minuten vor dessen Hinrichtung in die Augen und wird diese Szene Zeit seines Lebens nicht mehr vergessen können.

Dadurch das Randy Singer Theophilus selbst seine Geschichte erzählen lässt, wirkt sie noch intensiver auf den Leser. Bei einem Thriller von 500 Seiten muss man natürlich sagen, die Handlung wäre temporeicher gewesen, hätte der Autor sie auf 300 Seiten platziert. Jedoch beweist Singer seine Kenntnisse im Alten Rom und beschreibt sehr genau das Leben und die Zeit, das berühmte Kopfkino läuft bei mir problemlos und in Farbe mit!

Nachdem Theophilus das Passahfest und die Kreuzigung Jesu in Jerusalem miterlebt hat, dauert es nicht lange und er lässt sich in Rom als Anwalt nieder. Hier bestätigt sich nun, wer einmal mit dem christlichen Glauben in Berührung kam, der bleibt für alle Zeit angesteckt. Theophilus wird eingeholt vom Prozess gegen Jesus und er lernt den Apostel Paulus kennen. Theophilus steht am Scheideweg …

Randy Singer hat vortrefflich zugeschlagen. Er lässt Theophilus seine Lebensgeschichte aus dem Alten Rom erzählen, macht den christlichen Glauben zum großen Thema und landet damit mitten in unserer Gegenwart!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-775-15642-4, Preis 18,95 Euro

Der Verlag stellt uns ein Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 20. Juli 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

herzlichen Glückwunsch –
Aga hat das Verlosungsexemplar gewonnen!

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Francine Rivers: Die Liebe findet dich

die liebe findet dich

Rezension von Jennie Esau:
Abra wird als Neugeborenes von Pastor Ezekiel Freeman verlassen unter einer Brücke gefunden. Sie wird in seiner Familie aufgenommen und bekommt so einen Vater, eine Mutter und einen großen Bruder, Joshua. Als sie fünf Jahre alt ist, stirbt ihre Pflegemutter plötzlich und Ezekiel Freeman sieht keinen anderen Weg, als sie einer anderen Familie zu geben. ihre beiden neuen Eltern und ihre neue Schwester lieben sie von ganzem Herzen, doch lernt sie nicht, auf diese Liebe zu vertrauen. Als Teenager fühlt sie sich allein und von allen im Stich gelassen.
Als sie die Chance bekommt, die Stadt zu verlassen und nach Hollywood zu gehen, bricht sie auf und lässt alles hinter sich. Schon nach kurzer Zeit bereut sie ihre Entscheidung, doch macht ihr Stolz eine Rückkehr unmöglich. So kämpft sie sich durch die Welt der Stars, bis irgendwann Joshua wieder vor ihr steht und sie nach Hause ruft.

Dieser Roman, war der erste, den ich von Francine Rivers gelesen habe und ich bin sehr froh, die Autorin nun auch für mich entdeckt zu haben. Durch den fesselnden Schreibstil und der detaillierten Personengestaltung der Charaktere war ich von der ersten Seite an völlig gebannt in das Geschehen und wollte nicht aufhören zu lesen.

Jedes Kapitel wird mit einem Bibelvers, oder einem Zitat eingeleitet, das sich auf das Geschehen im jeweiligen Kapitel bezieht. Es wird auch deutlich auf die Gefühle von Pastor Freeman und Joshua eingegangen, die sehr unter Abras Verschwinden leiden, doch auf die Treue Gottes vertrauen wollen und nicht aufgeben. Der Leser wir mehrmals daran erinnert, dass Gott einen nie verlässt, so hoffnungslos es auch manchmal aussieht.

Obwohl ich sehr begeistert von diesem Buch bin, sehe ich einen Kritikpunkt in der Darstellung von Abras Zeit in Hollywood. Es wird viel und oft auf den zwischenmenschlichen Akt eingegangen, bei dem Abra selbst meist einen passiven Teil spielt und sehr darunter leidet. Für mich persönlich hätten auch weniger Beschreibungen gereicht und manchmal habe ich mich ein wenig daran gestört. Doch denke ich auch, dass dies nicht für jeden ein bedeutender Kritikpunkt ist und kann diesen Roman deswegen guten Gewissens weiter empfehlen.

Gerth Medien, ISBN 978-3-953-4011-5, Preis 16,99 Euro

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Leo Bigger: Adlerauge

adlerauge

Rezension von Gerhard Warkentin:
Dies ist das erste Buch, das ich von Leo Bigger lese. Ich möchte diesem Buch gerne 4 anstatt 5 Sterne geben, weil es sich für mich phasenweise nach der Philosophie des „positiven Denkens“ eines Norman Vincent Peale, anfühlte.
Dennoch hat dieses Buch sehr viele gute Impulse, die nahezu jedem empfohlen seien. Vielleicht kann man die besonderen Vorzüge dieses Buches in 3 Bereiche einteilen:
a) Sprachwitz
„Vergiss nicht: Arbeit ist gesund. Also überlass sie den Kranken.“ (S. 43)
„… wir alle verbringen viel Zeit mit Warten. … wir alle lieben Warten so innig wie das Krokodil den Besuch beim Zahnarzt.“ (S. 73)
b) Ermutigung
„Wenn Gott dein Partner ist, dann mache deine Pläne groß.“ (D.L. Moody) (S. 8)
„Gott ist nicht in erster Linie da um unsere Probleme zu lösen – unsere Probleme sind vielmehr dazu da uns Gott näher zu bringen“ (S. 61)
„Du siehst vielleicht nicht, wie du über diese Umstände hinauswachsen kannst. Aber Gott sieht es. Er hat schon einen Weg vorbereitet.“ (S. 63)
„… wenn Gott in meiner Situation nicht eingreift, stärkt Gott meinen Charakter oder arbeitet an anderen Bereichen meines Lebens.“ (S. 78)
c) Herausforderung
„Was jemand von sich selbst denkt, bestimmt sein Schicksal“ (Mark Twain) (S. 38)
„Keiner wird im Glauben wachsen, wenn es keine Probleme gibt. … Jesus möchte aber genau im Sturm in dir und in mir etwas ändern.“ (S. 54-55)
„Viele sagen: „Ich möchte fliegen wie ein Adler.“ Doch nur wenige fliegen durch den Sturm. Aber nur das macht den Adler zu dem, was er ist, zum König der Lüfte.“ (S. 63)
Dieses Buch ist sehr leicht zu lesen. Es hat auch nicht zu viel Text, weil viele bunte Bilder Platz einnehmen und das Gesagte immer hervorheben. Die eigentliche Denkarbeit des Autors liegt in der gründlichen Recherche zum Tier „Adler“ und die dann sehr gelungene Anwendung auf Bezüge des christlichen Glaubens! Sehr, sehr gut!

Fontis, ISBN 978-3-038-48028-0, Preis 14,99 Euro

Der Verlag hält drei Verlosungsexemplare bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 12. Juli unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Je ein Verlosungsexemplar haben gewonnen:
Björn,
Esther
und Rahel –
herzlichen Glückwunsch!

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Ed Underwood: Die Feuerprobe

die feuerprobe

Rezension von Christian Döring:
Anfangs war ich ein wenig skeptisch, weil dieser Roman zeitweise einer tiefschürfenden Bibelarbeit gleicht, aber dann wollte ich doch wissen ob Susan und Christopher eine gemeinsame Zukunft haben und was sich hinter der frommen Fassade des alten Pastors Peter verbirgt.

Mit Peter ist das Ehepaar Susan und Christopher in den Bergen unterwegs. Sie steigen für wenige Tage aus dem Alltag aus, um Antworten zu finden. Da hat das Ehepaar Konflikte zu lösen und die harte Lektion der Vergebung zu buchstabieren, viel spannender sind für mich aber die grundlegenderen Fragen der Beziehung zu Gott. Wie kann ich ihn im Alltag entdecken? Wie bekomme ich eigentlich mit, was er von mir will, was für Erwartungen er hat?

Diese Story hat im wesentlichen lediglich drei Protagonisten, aber in jeden kann ich mich schnell gut hineinversetzen, kenne Menschen in meinem Umfeld, die in die gleiche Schublade fallen würden.

Peter weiß genau worauf es ankommt in der Beziehung zu Gott. Der junge und erfolgreiche Wirtschaftsprüfer Christopher hält gern alles in seiner Hand zusammen, will selbst bestimmen, wo es lang geht, aber schmerzhaft wird auch er erkennen, wer in unserem Leben die Führung hat.

Dazu bedarf es jedoch einer ganzen Menge an Vertrauen. Peter liest oft aus den Psalmen, sie sprechen genau das aus, was uns heute so oft fehlt. Und während Peter meist im Predigtton zu dem jungen Ehepaar spricht, empfinde ich es oft so, als meinte er mich: Erforsche dein Herz, prüfe dich, überlässt du wirklich dem Herrn die Führung in deinem Leben? Darüber nachzudenken lohnt sich nicht nur für Susan und Christopher.

So wird es ganz schnell eine Bergtour, an der auch ich teilnehme. Dieser Roman hat nicht den einen großen Spannungsmoment. Er hält eher viele Überraschungsmomente bereit, die dem Leser noch einmal grundlegende Wahrheiten vor Augen führen. Eine davon muss am Ende auch der alte Pastor schlucken:

Diese Geschichte macht deutlich: all dein biblisches Wissen nützt dir nichts, wenn es an Vertrauen fehlt. Ohne dieses Vertrauen zu Gott wirst du nie seine Handschrift erkennen können!

Brunnen, ISBN 978-3-7655-0931-5, Preis 14,99 Euro

Ein Kommentar

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Sefora Nelson: Glück

Glück

Rezension von Christian Döring:
Sicherlich könnte ich über Musik und Gesang der Sefora Nelson auf ihrer neuen CD „Glück“ jede Menge schwärmen. Was mich jedoch am meisten an ihr fasziniert, sind ihre beeindruckenden Texte. Ich habe das Gefühl beim Zuhören, dass alles was sie singt, sie selbst auch erlebt hat.

Wenn dem tatsächlich so ist, dann lässt sie mich teilhaben an ihrem Glaubensalltag, an ihrer Suche nach dem richtigen Weg. So singt sie:

„Welchen Weg würde die Liebe gehn
Wo würde man am Ende stehn
Kann jemand diesen Weg verstehn
Den Weg kann nur die Liebe gehn …“

Mit ihrer klaren Stimme durchstreift Sefora grundlegende Themen christlichen Glaubens. Was sie allerdings mit ihren Texten bei mir erreicht, dass ist die Reflexion meiner eigenen Beziehung zu Gott. Sefora Nelson singt von ihrem Dank an unseren Herrn. Wie sieht es bei mir mit dem Dank aus? Oft ist in der Hektik des Alltags keine Zeit … Und dennoch kommt die Künstlerin nicht als jemand rüber, der den Eindruck erweckt, sie hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Eigentlich ist sie eine wie DU und ich. Aber sie kann eben singen und Musik machen und das ist sehr gut!

„Glück“ – ist diese CD überschrieben. Und vom Glück handelt jedes einzelne Lied:

„Mein Glück ist, nah bei dir zu sein
Und zu wissen, ich bin dein
Alles andere ist mir gleich
Bei dir kann ich ganz einfach sein …“

Manchmal muss man tatsächlich vorgesungen bekommen welch ein Glück wir haben Gotteskinder zu sein. Aber zum Teil klingen diese Lieder so, als ob mich die Künstlerin zum Mitsingen verführen will. Auf alle Fälle macht sie Gott zum Thema und das gradlinig und überzeugend.

Was Sefora Nelson hier mit ihren Musikern abliefert, darf ohne weiteres als Glanzstück der deutschsprachigen christlichen Pop-Musik bezeichnet werden. Spätestens beim zweiten hören der CD kann mitgesungen werden!

Gerth Medien, ISBN 4029856395074, Preis 17,99 Euro

Sefora Nelson hat buecheraendernleben jetzt folgende Fragen beantwortet:

Hallo Sefora, mit „Glück“ legst du nun schon deine vierte CD vor. Inzwischen gehörst du zu den ganz großen in der christlichen Musikszene. Erzähl uns bitte ein wenig davon wo du herkommst und wie du zur Sängerin geworden bist.

Wir haben zu Hause immer Musik gemacht. Alle 9:) Es war also natürlich für mich. Schon immer wollte ich Menschen ermutigen, die leiden und sie trösten. Dass hier meine Beziehung zu Gott hineinspielen wird, war klar für mich.
Deshalb entschied ich mich trotz Förderung an der Oper für einen Doppelstudiengang Musik (Gesang) und Theologie.
Ich ging also mit 19 nach Chicago und habe mein Studium dort, nach ein paar Semestern in Frankreich auch beendet.
2009 gewann ich den Spring Contest und die Idee zum ersten Album kam von Produzent und Musiker Arne Kopfermann.
Es begann sehr schnell die Konzerttätigkeit und heute, 5 Jahre nach dem ersten Album, haben Keith und ich zwei Kinder und leben ausschließlich von der Musik.

Für alle deine Lieder auf der neuen CD hast du die Musik und auch die Texte selbst gemacht. Warum ist dir das gerade bei den Texten wichtig?

Ich schreibe Musik und Text eigentlich immer selbst. Ich spreche mit meinen Freunden ja auch keine vorgeschriebene Texte. So ähnlich fühlt sich das an.

Lediglich „Amazing Grace“ ist nicht von dir und hat es dennoch auf deine CD geschafft. Das musst du uns erklären wie es dazu kam.

Es ist eine so bekannte Hymne, und ich habe in einem Soundcheck im Tessin einfach mal meine eigene Melodie dazu verfasst und einen eigenen Chorus indem klar wird, was denn so amazing klingt: Jesus.

Deine Lieder empfinde ich oft als sehr intensive Gespräche mit Gott. Ich habe den Eindruck, du erzählst von deinem Glaubensleben. Begegne ich tatsächlich der privaten Sefora? Warum gehst du mit deinen sehr privaten Erfahrungen mit Gott an die große Öffentlichkeit?

Sefora Nelson: Du hast gesagt …

Nicht einmal die Hälfte der Lieder auf dem Album sind Gebete. Einmal spricht Gott mit Judas, einmal ich mit meinem Mann, oder ich mit mir selbst. Da ist, wie im Leben alles drin. Und natürlich privat, wie auch öffentlich. Ich behalte mir einige Bereiche ganz gezielt der Öffentlichkeit vor, was mich aber nicht weniger authentisch macht, denke ich:)

„Mein Glück ist, nah bei dir zu sein“ singst du. Viele sehen dies anders und fühlen sich durch Gott eingegrenzt und bevormundet. Was entgegnest du denen?

Es ist eigentlich nie mein Ziel Menschen etwas zu entgegnen. Wenn ich ihnen durch meinen Blickwinkel, durch mein Geliebt und getragen sein in Gott neue Wege eröffne, und die Herzen weich werden dem wirklichen Jesus zu begegnen, bin ich schon überglücklich.

Du bist viel unterwegs, kommst mit deinen Fans ins Gespräch. Was sagen sie dir?

Viel. Und das freut mich auch. Wie meine Musik ihnen hilft, wie sie endlich weinen können, wie sie Gott zum ersten Mal begegnet sind und sich dann doch nicht das Leben genommen haben, wie sie ihrer Ehe eine zweite Chance gegeben haben aufgrund eines Liedes, wie sie den Wunsch verspüren einen wirklich lebendigen Glauben zu haben?

Vielen Dank für das Interview!

Sefora Nelson hält eine signierte CD für uns bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 1.Juli unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Herzlichen Glückwunsch,
Edelgard hat die signierte CD gewonnen!

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Bendall-Brunello: Knuddeln verboten!

knuddeln verboten

Rezension von Susanne Degenhardt:
Fritz ist ein niedlicher Frischling, den alle Waldbewohner gerne knuddeln. Nach einigen weniger schönen Knuddlern hat Fritz die Nase voll! Er ist ja schon groß und mag nicht mehr geknuddelt werden. Da helfen alle Überredungskünste nicht. Die Waldbewohner sind enttäuscht. Doch die kleine Maus hat eine Idee: Gemeinsam verkleiden sich die Mutter samt Waldbewohnern mit einem weißen Laken zu einem großen Monster und erschrecken Fritz. Nach diesem Schrecken ist nun doch der richtige Moment für eine Umarmung gekommen.

Es gibt immer Phasen, in denen Kinder nicht umarmt, geküsst oder geknuddelt werden möchten. Ich hatte gehofft, hier ein Bilderbuch gefunden zu haben, das dem Kind vermittelt, dass es ok ist, wenn es in diesem Fall „Nein“ sagt. Soweit, so gut. Fritz sagt auch „Nein“ – aber dann entwickelt sich die Handlung leider zum Negativen. Seine Mama und die anderen Waldbewohner akzeptieren das Nein von Fritz nicht und überlegen sich eine List, wie sie ihn dazu bringen können, sich doch noch knuddeln zu lassen. Das Nein wird umgangen und ihm wird sogar Angst eingejagt! Da hab ich mich gefragt: Welche Mutter kommt denn auf solche Ideen bzw. macht bei so was mit?

Auch wenn Fritz am Ende sagt: „Aber nicht zu oft und nicht ohne zu fragen!“ hat dieses Bilderbuch einen schalen Beigeschmack. Das einzig Positive daran ist, dass ich meiner Tochter im Anschluss mit Nachdruck sagen konnte, dass sie immer sagen darf, wenn sie nicht kuscheln oder knuddeln möchte und wir das dann auch akzeptieren. Dass sie das Recht hat dazu Nein zu sagen.

Die Illustrationen sind nett und nicht zu überladen, meiner Tochter haben sie gefallen. Vom Textumfang her empfiehlt sich das Bilderbuch ab 3 Jahren, das Wort „Frischling“ wird zu Beginn auch kurz erklärt.

„Knuddeln verboten!!!“ ist ein Bilderbuch, das viel Potential hat, das ich aber nur sehr eingeschränkt empfehlen kann. Es erfordert in jedem Fall Erklärungen der Eltern bzw. des Vorlesers.

Brunnen, ISBN 978-3-765-56981-4, Preis 12,99 Euro

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Duffey/Myers: Das Lied des Hirten

Das-Lied-des-Hirten

Rezension von Christian Döring:
Dem Leser bleibt keine Zeit sich geruhsam in diese Geschichten hinein zu lesen. Mit der Geschwindigkeit eines Autounfalls ist er mitten drin im Geschehen. Eine Mutter kämpft darum, ihrem Sohn etwas von ihrem Glauben an Gott mit auf seinen Lebensweg zu geben. Der will davon nichts wissen und was tut die Mutter? Sie schreibt den 23. Psalm in ihrer schönsten Schrift auf einen kleinen Zettel und steckt diesen heimlich in die Jacke ihres Sohnes. Im Streit gehen beide an diesem Morgen auseinander. Wenige Stunden später verunglückt die Mutter …

Ich bin sauer, weil diese erste Geschichte abrupt ein Ende findet. Konflikte sind längst nicht gelöst.

So werden dann weitere elf Geschichten aneinandergereiht. Ihre Verbindung besteht immer mit dem 23. Psalm. Als Leser erlebe ich mit, wie die Worte des Psalmbeters auch heute noch Menschen in Rage bringen, sie wütend werden lassen oder er ein Gefühl von Geborgenheit unter der Liebe des Hirten schenken.

Die Situationen der einzelnen Menschen in den Geschichten sind sehr unterschiedlich, aber die Worte des 23. Psalms verlieren nie an Bedeutung. Manchmal werden sie aus verstaubten Ecken herausgeholt, ihre Aktualität wieder erkannt, manchmal lohnt es sich doch, ein uraltes Gemälde noch einmal vom Schmutz der Jahrzehnte zu befreien …

Die letzte Geschichte in diesem faszinierenden Geschichtenbuch, versöhnt mich mit dem vorzeitigen Ende der ersten Geschichte. Ich treffe die verunglückte Mutter und ihren Sohn wieder. Zutiefst berührend ist es, mitzuerleben wie Versöhnung und Segen wirken und Menschen damit Zukunft meistern.

Spätestens mit diesem Buch sollten wir nicht mehr fragen, wie hat der Psalmbeter wohl dies oder jenes gemeint, wir sollten viel öfter einfach die zum Teil sehr einfachen Worte auf uns wirken lassen. Gerade dieser 23. Psalm ist Ausdruck der unendlichen Liebe Gottes zu jedem seiner Schäfchen.

Mit den vorliegenden zwölf faszinierenden Geschichten erleben wir eindrucksvoll mit, wie lebensverändernd dieser alte und angeblich so verstaubte 23. Psalm noch heute sein kann!

Gerth Medien, ISBN 978-3-957-34049-8, Preis 14,99 Euro

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