Harry Voß: Gefangen in Abadonien

gefangen in abadonien

Rezension von Benjamin Pick:
„Gefangen in Abadonien“ ist ein Fantasy-Roman für Teenager. Alex (15), die Hauptfigur, fährt mit seiner kleinen Schwester (6, geistig behindert) durch die Stadt, verliert sie und muss sie unbedingt wiederfinden. Gleichzeitig werden in Abadonien, einer mittelalterlichen Fantasie-Welt, gute Menschen gejagt, um mit ihrem „goldenen Blut“ den Drachen zu besänftigen. Was die beiden Geschichten wohl miteinander zu tun haben?

Mehr zum Inhalt könnt ihr in diesem Trailer erfahren.

Die Geschichte ist anfangs etwas langatmig, ab der Mitte wird es immer spannender und am Ende wird das Buch dem Thriller-Cover doch noch gerecht. Inhaltlich geht es im Buch hauptsächlich um die Frage, warum Jesus sterben musste, und wieso sein Blut eine solche Veränderung hervorgebracht hat. Dazu verwendet der Autor Parallelen, Metaphern und frei übertragene Bibel-Zitate, ohne in allegorische Erläuterungen abzudriften.

Insgesamt fand ich das Buch sehr lesenswert. Das Genre „christlicher Fantasy“ kann unterschiedlich verstanden werden; verglichen mit den „Chroniken von Narnia“ betont das Buch von Harry Voß die reale Welt mehr und die Parallelen zur biblischen Handlung sind offensichtlicher. Und obwohl ich dadurch den Ausgang der Geschichte erahnen konnte, fieberte ich bis zum Schluss mit …

Eine kleine Warnung zum Schluss: Die Fantasie-Welt enthält ziemlich eklig-brutale Beschreibungen, wenn eure Kinder zu Albträumen neigen solltet ihr es vorher selbst lesen und ggf. diese Stellen kürzen/nacherzählen.

SCM Verlag / Bibellesebund, ISBN 978-3-417-28699-1, Preis: 14,95 Euro

Harry Voß hat Bücherändernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Harry, wie bist du auf die Idee gekommen, das Gute als „goldenes Blut“ darzustellen?

Im Blut ist Leben. Das ist ein ganz altes Motiv, das sich in vielen Filmen und Geschichten und eben auch in der Bibel wiederfindet. Da es in meinem Buch auch stark um Blutopferung usw. geht, liegt die Idee nahe, dass Menschen mit einem guten Herzen auch „wertvolleres“ Blut haben und damit auch gefährlicher leben. So ähnlich (ohne Blutopfer natürlich) ist es ja auch im wirklichen Leben: Wer friedfertig und rücksichtsvoll ist, wird oft übers Ohr gehauen oder ausgenutzt. Das wollte ich mit dem „goldenen Blut“ darstellen.

Warum bist du dir sicher, dass wir nicht in einer erzählten Welt (à la „Truman Show“) leben?

Tja. Kann ich mir da überhaupt sicher sein? Ich halte mich da einfach mal an das Weltbild, das mir die Bibel erklärt. Da gibt es über meiner Welt, die ich sehe, nicht bloß einen unbekannten Autor oder Regisseur, sondern Gott und seine Welt. Aber der Gedanke, dass der Schöpfer einer Welt durch sein Erschaffen und Führen auch immer unsichtbar in seiner Welt lebt, ist dem des Autors, der selbstverständlich während des Schreibens mitten in seiner geschaffenen Welt lebt, schon sehr ähnlich. Und faszinierend.

Die im Buch erwähnte Peter-Pan-Tasse scheinst du tatsächlich zu besitzen. Hat sie für dich eine tiefere Bedeutung?

Na klar. Peter Pan ist eine ganz wichtige Figur in meinem Leben. Er ist der Junge, der nicht erwachsen werden will, der eigentlich auch keine Verantwortung übernehmen, sondern immer nur spielen will – da erkenne ich vieles aus meiner Biografie wieder. Ich bin also nicht nur ein Disney-Fan, sondern da auch noch mal ganz speziell ein Peter-Pan-Fan. Darum schenken mir Leute auch gerne immer wieder Sachen von Peter Pan zum Geburtstag, unter anderem diese Tasse, die ich jetzt schon viele Jahre besitze. Außerdem springt Peter Pan ja auch immer zwischen zwei Welten hin und her: Nimmerland und der wirklichen Welt. Denn er braucht Wendy aus der Real-Welt für die Bewältigung seiner Fantasy-Welt. Insofern fand ich die Peter-Pan-Tasse als Verbindungsglied zwischen dem Autor und seiner Romanfigur gar nicht so unpassend. Und natürlich musste ich ein bisschen schmunzeln, weil ich beim Schreiben ja wirklich immer meine Peter-Pan-Tasse neben mir stehen hatte.

Durch deine Arbeit beim Bibellesebund kannst du vielen Kindern deinen Glauben vermitteln. War das auch Ziel dieses Buches?

harry voß

Foto: Harry Voß

Ich stelle immer mehr fest, dass der Gedanke, dass jemand sein Leben (oder sogar sein Blut) opfern muss, um einen anderen oder sogar eine ganze Welt zu retten, für Menschen aus unserer Kultur völlig unverständlich ist. Leute zurzeit des Alten Testaments lebten damit ganz logisch. Wir heute nicht mehr. Und da ist der Gedanke von Jesus als stellvertretendem Opfer schwer nachvollziehbar. Aber dann fiel mir mal auf, dass das in Fantasy-Geschichten ja doch durchaus noch vorkommt. Nicht nur in „Harry Potter“ oder „Die unendliche Geschichte“ sterben wichtige Personen, um eine verlorene Welt zu retten. Also dachte ich, ich fädel den biblischen Gedanken mal in eine Fantasy-Geschichte ein. Mal sehen, ob der Leser, wenn er danach mal wieder auf den biblischen Einer-stirbt-für-alle-Gedanken trifft, diesen mehr nachvollziehen kann.

Vielen Dank für deine Antworten, und ich bin schon gespannt auf dein nächstes Buch …

Harry Voß hält ein signiertes Verlosungsexemplar bereit. Wer seinen Kommentar bist zum 23. September 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Herzlichen Glückwunsch!
Das signierte Verlosungsexemplar geht an Smilla507 Susanne.

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Harry Voß: Gefangen in Abadonien

  1. Smilla507 Susanne

    Ich habe Harry Voß‘ erstes Jugendbuch gelesen und fand es toll, deswegen bin ich gespannt auf sein neuestes Buch. Fantasy hab ich schon lange nicht mehr gelesen und finde es toll, wenn es nicht ZU fantasymässig ist.

  2. ….ich hab hier so einen leseverrückten teenie….
    vg
    annette

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