Monatsarchiv: November 2015

inner cube: Wissen kompakt!

chronologie des alten

Die Chronologie des Alten Testaments – nach Dr. Liebi

Alle Rezensionen in diesem Beitrag sind von Gerhard Warkentin:
Ich habe schon das eine und andere Werk von Dr. Roger Liebi lesen dürfen, aber so einfach verständlich war keines von ihnen. Dies liegt aber nicht an einem weniger komplexen Inhalt, für den der Autor immer wieder bekannt ist, sondern an die sehr bildreiche und sich auf das Wesentliche beschränkende Darstellungsweise. Die Idee von „inner cube“ ist grundsätzlich klasse!
Auf nur 14 Seiten (inklusive Deckblatt) bietet der Autor eine biblische Chronologie, die den bisher bekannten Zeitbestimmungen sehr ähnelt, aber an entscheidenden Stellen doch etwas abweicht. Diese erstreckt sich von der Schöpfung bis zum letzten Prophet des Alten Testaments.
Der Autor zeigt deutlich, dass er eine typische jüdische Denkweise und Sicht einnehmen kann und damit den Interessierten in die Lage versetzt konkrete Jahreszahlen nachzuvollziehen. Dies gilt vor allem für die Richter- und Königszeit, wo zum Beispiel die 114 Jahre Fremdherrschaft im Buch der Richter nach Liebi nicht mitgezählt werden und somit eine Harmonisierung mit der Zahl „480“ aus 1Kön 6,1 möglich wird. Nicht das hiermit grundsätzlich alle chronologischen Fragen vollständig beantwortet wären, aber es ermöglicht eine größere Übereinstimmung zwischen Archäologie und biblischer Chronologie.
Sehr interessant war auch die Deutung der ersten neun Namen des menschlichen Stammbaums von Adam bis Noah anhand der hebräischen Sprachwurzeln auf das Evangelium hin, die ich bislang so noch nicht kannte.
Nach meinem ersten Heftchen von „inner cube“ bin ich total überzeugt und begeistert!

inner cube, ISBN 978-3-942-54033-9, Preis 2,99 Euro

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wie studiere ich die bibel

Wie studiere ich die Bibel

Ich habe jetzt nun schon mehrere Heftchen von „inner cube“ gelesen und empfinde auch dieses hier wieder als komplett klasse!
Es werden die wichtigsten Informationen für das persönliche Bibelstudium gut geordnet und leicht verständlich aufbereitet. Die sehr kreative Aufmachung unterstützt einen schnellen Lernprozess.
Am wertvollsten empfand ich die beiden letzten Seiten, wenn man mit dem persönlichen Bibelstudium wirklich ernst machen möchte. Zum einen werden einige sehr gute weiterführende Bücher empfohlen (Fee, Stuart, Hendricks, Sproul, LaHaye, Crabb, Ryrie) und zum anderen findet man hier eine sehr hilfreiche Auflistung von Studienbibeln, Online-Tools, Bibelsoftware, Bibellexika, Bibelatlanten und Kommentaren.
Man kann sich sehr viel Recherchezeit sparen, wenn man diese Referenzliste durchschaut!

inner cube GmbH, ISBN 978-3-942-54012-4, Preis 2,99 Euro

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die Stiftshütte

Die Stiftshütte

Es scheint mir kein Zufall, dass dieses Werk schon in der dritten Auflage erscheint.
Auf den ersten drei Seiten ist eine wunderschöne Abbildung der Stiftshütte zu sehen. Die wichtigsten Elemente, wie zum Beispiel Räucheraltar, Tisch mit Schaubroten, Bundeslade, Sühnedeckel, Brandopferaltar, usw., werden auf den darauffolgenden drei Seiten prägnant beschrieben.
Es bleibt aber nicht nur bei dem Schauen in die Vergangenheit, sondern der christologische Bezug zur Stiftshütte, dem Hohepriester, den Opfergaben, den Inhalten der Bundeslade, etc., wird sehr übersichtlich deutlich.
Ich habe dieses Heftchen schon zur Vorbereitung einer Predigt genutzt!

inner cube GmbH, ISBN 978-3-942-54008-7, Preis 2,57 Euro

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christentum sekten religionen

Christentum, Sekten und Religionen

Als Religionslehrer habe ich dieses kleine Werk auch im Hinblick auf den Religionsunterricht für Klasse 10 gelesen und stelle fest, dass meine Erwartungen mehr als erfüllt sind.
Auf wenigen Seiten werden 20 religiöse Gruppierungen (erst Sekten und dann auch Religionen) nach 8 Kriterien analysiert:
1. Gründer
2. Schriften
3. Gott
4. Jesus
5. Heiliger Geist
6. Erlösung
7. Tod
8. Überzeugungen/Riten
Als erstes widmen sich die Herausgeber allerdings dem christlichen Glauben, wie ihn die Bibel überliefert, in Kürze und Würze, so dass es bei der Beschäftigung mit den Zusammenfassungen der religiösen Gruppierungen automatisch zum Vergleich kommt.
Besonders hat mir die Seite gefallen, die in einer farbigen Tabelle auflistet, was andere über Jesus sagen und lehren und welche Informationen dazu passend in der Bibel steht.
Eine so wunderbar prägnante Übersicht der bedeutendsten Sekten habe ich selten gesehen. Ab sofort werde ich diese in meinen Religionsunterricht mit einbeziehen.

inner cube GmbH, ISBN 978-3-942-54006-3, Preis 2,99 Euro

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geschichte der frühen gemeinde

Die Geschichte der frühen Gemeinde

Ich habe zu Hause im Bücherregal einen klassischen Kommentar zur Apostelgeschichte mit ca. 250 Seiten stehen. Wer sich einen soliden Gesamtüberblick über die Apostelgeschichte machen möchte, muss aber keinen kompletten Bibelkommentar zum Buch lesen. Diese Ausgabe von „inner cube“ dürfte mehr als ausreichen.
In der Zeitleiste zu Apostelgeschichte werden sowohl die dazugehörenden biblischen Namen (Petrus, Stephanus, Paulus, etc.), als auch die königlichen, bzw. kaiserlichen Vertreter Roms, gut übersichtlich aufgelistet.
In mehreren Tabellen werden die Missionsbemühungen der Apostel mit genauen Bibelstellenangaben und Jahreszahlen genau benannt. Eine einfach zu lesende Karte, die überflüssige Informationen gezielt weglässt, und Informationsecken über den Verfasser, den Empfänger, Pfingsten und den Heiligen Geist, runden dieses kleine Geschichtswerk ab.
Ich würde mir von „inner cube“ wünschen, dass sie zu jedem Bibelbuch so eine gelungene Zusammenfassung erstellen.

inner cube, ISBN 978-3-942-54029-2, Preis 2,99 Euro

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Der Verlag inner cube, packt für einen glücklichen Gewinner ein Paket mit allen in diesem Beitrag vorgestellten Produkten. Wer seinen Kommentar bis zum 2. Advent unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Schur/Hanssen jun: Die Welt ist nicht genug

die welt ist nicht genug

Rezension von Leopold Kleedorfer:
Die Kombination von Titel und Untertitel fand ich so spannend, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Überrascht war ich gleich vom Format, welches eher an ein Schulheft erinnert, als an eine Biographie. Als ich die vielen Fotos sah, verstand ich die Motivation zu dieser Größe.
Wenige Menschen, vor allem welche bereits 1915 geboren sind, können ihr Leben so gut dokumentieren. Olavs Großeltern werden schön beschrieben, seine Mutter wurde in Deutschland geboren, wo sie ihren Vater, welcher aus Norwegen kam, im elterlichen Betrieb kennenlernte.
Als begabter Schüler war für Olav klar, diesen Betrieb zu übernehmen. So hat er mit dem Maurerberuf zunächst das Handwerk gelernt und dann schulisch den Bauingenieur gemacht. In seinem persönlichen Leben gab es schon sehr früh ein einschneidendes Erlebnis. Bereits mit 15 Jahren kam er zu einer logischen Schlußfolgerung. Sollte das Leben zufällig entstanden sein, wäre es, zusammen mit dem ganzen Universum, letztlich ohne Sinn. Nur wenn es einen Schöpfer gibt, der uns mit einer bestimmten Absicht gemacht hat, könnten wir diesen Lebenssinn kennenlernen.
Olav hat sich für die 2. Variante entschieden und damit ein konsequentes Glaubensleben begonnen. Dadurch erlebte er eine ganz spannende Jugendzeit mit vielen Aktivitäten im Bereich von Jugendstunden, Jugendlagern und Studentengruppen. Seine Begabung Freundschaften zu schließen war sicher außerordentlich. Viele Jugendfreunde wurden lebenslange Begleiter. Besonders eindrücklich wird auch die Zeit des 2. Weltkrieges beschrieben, welche mich ein wenig an Viktor Frankl in “Trotzdem ja zu Leben sagen” erinnert. Während viele Kameraden immer rauer wurden, hat Olav versucht, die schwersten Stunden der Kriegsgefangenschaft mit Dankbarkeit anzunehmen.
Die Erfahrung, völlig ohne Besitz, hungernd einen Tag nach dem anderen zu überleben hat ihn näher zu Gott gebracht und ihn für den Rest seines langen Lebens geprägt. Nach dem Krieg durfte er ein paar glückliche Jahre mit seiner Frau Barbara verbringen, welche mit 46 Jahren viel zu früh starb. Schon vorher bat er seine Eltern, ihn vom Baugewerbe freizustellen um eine akademisch theologische Berufslaufbahn einzuschlagen.
Viele Jahre hat er selber unterrichtet und Lehranstalten geleitet. In vielem war er seiner Zeit voraus, so ist er schon früh Vegetarier geworden und hat sich für einen einfachen Lebensstil eingesetzt. Besonders verbunden war er mit der Natur, auch weil er bemerkte, dass Jesus sehr viel Zeit draußen verbracht hat. Mit dem Schluss des Buches habe ich persönlich eher Mühe. Hier ist die Biographie von Olav Hanssen klösterlich kirchlich geworden. Anderseits verstehe ich auch, dass ein Mensch, der so alt werden durfte, sich ganz von der Welt zurückziehen möchte. Vielleicht war das auch der Grund, warum einige Weggefährten hier nicht mehr mitgingen.

fontis, ISBN 978-3-038-48069-3, Preis 14,99 Euro

Wer die Rezension von Leopold Kleedorfer lieber hören und schauen möchte, klicke bitte hier.

Der fontis-Verlag in Basel stellt uns drei Verlosungsexemplare zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 14. Dezember 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Verlosungsexemplare haben gewonnen:
Annette, Margit und Reni – herzlichen Glückwunsch!

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Uwe Birnstein: Jung, ledig, schwanger sucht …

jung ledig schwanger

Rezension von Christian Döring:
Was ist an Weihnachten dran?
Warum sind am Heiligen Abend keine Sitzplätze mehr in unseren Kirchen frei?

Uwe Birnstein hat nachgedacht und ein neues Buch geschrieben und dies geht mit Tiefgang der Frage nach: „Warum Weihnachten uns zu Herzen geht“.

Dabei beschäftigt sich der Theologe im einzelnen sehr intensiv mit allen Gestalten der biblischen Weihnachtsgeschichte. Er beschreibt ihre Herkunft, ihren Alltag und ihre Zweifel, Ängste und Sorgen. Für mich ist dies eine nicht alltägliche Bekanntschaft mit Menschen, deren Probleme zum Teil nicht weit der unseren heute sind.

Das mag verwundern, aber Uwe Birnstein nimmt mit seinen Beschreibungen der biblischen Personen die 2000 Jahre Entfernung. Der Leser wird sich von den Personen sehr direkt angesprochen fühlen, weil sie im wesentlichen nicht anders dachten wie wir heute.

Birnstein schafft mit seinem Buch Nähe und zeigt auf beeindruckende Weise: Weihnachten ist ein Fest, welches uns alle angeht und genau aus diesem Grunde rücken wir am Heiligen Abend näher zusammen und werden auch Zeichen der Hoffnung finden!

camino, ISBN 978-3-460-50011-2, Preis 14,95 Euro

Camino stellt uns drei Verlosungsexemplare zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 6. Dezember 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Die Verlosungsexemplare gehen an:
illi Anna bangert, Edith und Niklas –
herzlichen Glückwunsch!

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Stefan Weigand: Adventskalender für Väter

ein-mann ein wort

Rezension von Christian Döring:
Stefan Weigand geht noch vor seinem ersten von 24 Adventsbeiträgen der Frage nach: Was ist eigentlich Advent für DICH ganz persönlich? Und nachdem er sein Lexikon gewälzt hat, kommt er zur Einsicht: „Advent ist das, was man draus macht.“ Das ist für Menschen die im Alltagsstress unterzugehen drohen vielleicht nicht gerade hilfreich, aber vielleicht steckt da ja auch eine Hoffnung drin.

Der Autor ist junger Vater und kommt anderen Vätern in seinem speziellen, durchweg bebilderten Adventskalender, keineswegs mit erhobenem Zeigefinger entgegen, vielmehr empfinde ich es als Nachdenken über eigene Kurskorrekturen in 24 Stationen.

Gerade Männern wird ja nachgesagt, dass sie immer die Starken seien. Weigand empfiehlt inne zu halten, mal auszusortieren, egal ob es im Adressbuch oder sonst wo ist. Masse und Vielfalt sind für die Intensität des Lebens nicht entscheidend!

Selbst wenn die Adventszeit vorbei ist, empfiehlt es sich, diesen Väter-Adventskalender nicht sofort dem Papierkorb anzuvertrauen. Erst der Januar wird zeigen ob die Kurskorrekturen Bestand haben.

Patmos, ISBN 978-3-843-60627-1, Preis 8,99 Euro

Stefan Weigand hat Bücherändernleben jetzt diese Fragen beantwortet:

Lieber Stefan Weigand, einen Adventskalender für Väter hast du veröffentlicht. Warum haben es grad die Väter nötig über Advent nachzudenken?

Es geht im Grunde genommen gar nicht darum, über den Advent nachzudenken – sondern über das eigene Leben und wie ich als Mann, Vater und Familienmensch meinen Alltag gestalte. Die Adventszeit ist da eine gute Gelegenheit gegen Ende des Jahres einmal genauer hinzuschauen. Es gibt da ein Sprichwort, an das ich mich oft erinnere, wenn es stressig bei mir zugeht: »Geh langsam, wenn du es eilig hast.« Genau das meint Advent: »Schau auf das Wesentliche, wenn viel los ist.« Das tut Vätern gut, denn das bringt Klarheit in die vielen Rollen und Aufgaben, die einen das Berufs- und Familienleben so stellt.

Du bist selbst Vater von zwei kleinen Kindern, was ist bei euch in der Familie gerade in der Adventszeit anders, bleibt da im Alltag Zeit innezuhalten?

An unseren Fenstern sieht man es von außen: da hängen dann die vielen selbstgebastelten und bemalten Sterne. Aber wir merken natürlich auch, dass da viele Termine zusammenkommen: der Adventsabend im Kindergarten, die Termine beim ehrenamtliche Engagement und beruflich muss vor Weihnachten noch so vieles fertig werden. Wir machen es bewusst so, dass wir an den Wochenenden im Advent das Programm ganz herunterfahren: Für den Sonntag Nachmittag steht ein Spaziergang im Wald auf dem Plan – mehr nicht. Und am Samstag gehen wir zum Einkaufen auf den Markt – mehr nicht. Die Kunst der Auszeiten besteht meiner Meinung nach nicht darin, aus dem Alltag zu fliehen, sondern sie bewusst im Alltag zu gestalten. Denn dort spielt sich das Leben ab.

Weigand_Stefan_(c)_privat

Foto: Stefan Weigand

Was ist die Quintessenz deines Kalenders, warum sollten Väter ihn unbedingt lesen?

Väter sind Jäger und Sammler. Schon immer. Die einen sammeln Schallplatten, die anderen Oldtimer oder coole Erlebnisse in der Natur. Was dabei alle sammeln ist so etwas wie der Kern oder die Quintessenz des eigenen Lebens. Klarheit und innere Sicherheit. Bei dieser Suche begleitet der Kalender. Mir war dabei wichtig, dass die Texte nicht abstrakt sind, sondern ganz griffig und »bodennah«: Da ist vom Rucksack die Rede, der beim Familienausflug immer dabei sein muss – was ist da eigentlich drin und auf was kann ich verzichten? Oder es kommt ein Morgen in den Blick, an dem ich zwanzig Minuten vor der Familie aufstehe und den Tag mit einem kurzen Spaziergang beginne. Nur für mich. Dazu ist der Kalender noch mit coolen Fotos gestaltet, die jedem Tag einen besonderen Impuls geben.
Ich bin überzeugt: Mein Leben bringe ich nur auf Kurs, wenn ich bei den ganz alltäglichen Dingen ansetze. Und das ist meist einfacher, als man denkt.

Vielen Dank für deine Antworten!

Stefan Weigand hält drei Verlosungsexemplare für uns bereit. Wer seinen Kommentar bis zum 25. November 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Herzlichen Glückwunsch!
Die drei Verlosungskalender gehen an:
Jennie, menuchaprojekt und Esther!

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Budde/Seiler: Kleines Weihnachtsbuch

kleines weihnachtsbuch

Rezension von Christian Döring:
Bedenkt man die Vielzahl von Büchern die in der Vorweihnachtszeit mit Kurzgeschichten den Büchermarkt überschwemmen, ist es ziemlich mutig, dass sich nun drei junge Autoren mit diesem Weihnachtsbüchlein dazugesellen.

Ihr eigener Anspruch ist es Weihnachtsgeschichten zu schreiben, “ … die mit Kitsch und Glitzer nur wenig zu tun haben.“ Gleich in der ersten Geschichte beschreibt Constanze Budde, dass das Weihnachtsfest nicht immer mit tollen Geschenken und Gänsebraten gleichzusetzen ist. Mia und Sophie gehen zwar in eine Klasse, aber vom Reichtum her, liegen Welten zwischen ihnen. Mias Welt ist in diesem Jahr aus den Fugen geraten. Der Vater wird bald sterben, das Geld ist bereits knapp, es reicht nicht einmal für das Festtagsessen. Sophie erwacht aus ihrem Luxusleben und beginnt sich für Mia zu interessieren. Schnell wird klar: Manchmal ist Weihnachten wenn der andere lächeln kann.

Der christliche Glaube zieht sich zum Teil unausgesprochen durch alle 50 Seiten dieses Büchleins. Es ist schnell ausgelesen, aber die Geschichten gehen einem noch lange nach!

Vom Spielzeugmacher erzählt Michael Seiler in seiner Kurzgeschichte. Dem Künstler ist es wichtig nicht nur Spielzeug herzustellen, sondern damit Freude zu bereiten. Sein ganzes Leben lang hat er an seiner Drehbank gesessen, bereits sein Vater war dieser Berufung gefolgt. Der Spielzeugmacher hat politische Systeme überlebt, lange wird er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen können, aber noch kann er Freude schenken und dies ist ihm wichtig.

Leicht wird es dieses Weihnachtsbüchlein auf dem riesigen Büchermarkt nicht haben, aber seine Geschichten kommen tatsächlich ohne Kitsch und Glitzer aus und genau dies macht dieses Büchlein zu einem wertvollen Weihnachtsgeschenk!

CreateSpace, ISBN 978-150-30033-54, Preis 3,99 Euro

Mit-Autor Michael Seiler hat Bücherändernleben nun diese Fragen beantwortet:

Hallo Michael, zusammen mit zwei anderen Autoren hast du soeben ein “Kleines Weihnachtsbuch” herausgegeben. Wie habt ihr euch gefunden und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Weihnachten ist klasse und für mich immer noch die schönste Zeit im Jahr. Einzigartig und unterschätzt, gerade wenn man den Sinn dahinter mitfeiert. Es gibt schon eine Menge Bücher darüber, aber ich wollte neben dem ganzen Trara auch mal auf die Krippe zeigen und nicht nur die angenehmen Seiten erwähnen.
Mitautorin Nummer Eins (Constanze) habe ich an der Uni kennengelernt, da wir beide Skandinavistik und Buchwissenschaft studiert haben. Irgendwann haben wir entdeckt, dass wir beide schreiben und da mir ihre Geschichten gut gefallen, war sie die erste, die ich gefragt habe. Ein weiterer Beitrag stammt von meiner Frau, die mir auf meine Frage nach weiteren Ideen eine schöne Andacht zum Thema geschrieben hat.

In Anbetracht der Flut weihnachtlicher Literatur ist dieser Schritt sehr mutig, woher kommt euer Mut?

Wir haben zum Teil bereits Bücher veröffentlicht und damit unsere erste Mutprobe bestanden; wissen also, dass es durchaus funktionieren kann. Das macht schon mutig. Jetzt so ein vielbeackertes Gebiet herzunehmen ist aber auch ein Experiment um einfach mal zu schauen, wie so “alternative” Weihnachtsliteratur ankommt.

Michael Seiler

Foto: Michael Seiler

Beim Lesen des Büchleins war ich viel zu schnell am Ende angelangt. Warum habt ihr nicht mehr an Kurzgeschichten aufgenommen?

Die Antwort ist einfach – wir hatten (noch) nicht mehr Material zur Verfügung. Es wird aber sicher nicht das letzte Buch dieser Art bleiben, daher können zukünftige Ausgaben oder zusätzliche Veröffentlichungen durchaus auch dicker werden. Darüber hinaus sollte es als kleine Geschenkidee geeignet sein und der Preis niedrig gehalten, weil wir damit keine kommerziellen Absichten verfolgen. Etwaige Überschüsse werden übrigens gespendet, unter anderem an den http://www.stoffwechsel.com/ in Dresden (stoffwechsel.com), der mir als ehemaligem Mitarbeiter besonders am Herzen liegt.

Viele Leser lesen seit Jahren die Weihnachtsbücher anderer Verlage. Warum lohnt es sich in diesem Jahr unbedingt das “Kleine Weihnachtsbuch” zu lesen und vielleicht zu verschenken?

Wie der Klappentext andeutet, verzichten wir weitestgehend auf klingelnde Glöckchen und puderbestäubte Engelchen. Es geht um Weihnachten, wie es von Leuten erlebt wird, für die es aus verschiedenen Gründen eben nicht in erster Linie ein Shoppingevent ist. Wir machen inhaltlich einen Unterschied, ohne die Moralkeule zu schwingen.

Drei Verlosungsexemplare stellen uns die Autoren zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 29. November 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Margit, Angela und Maria
haben ein Verlosungsexemplar gewonnen.
Herzlichen Glückwunsch!

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Albrecht Gralle: Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete

als luther vom kirschbaum

Rezension von Christian Döring:
Von Albrecht Gralle hab ich bereits viel gelesen, dieser Roman allerdings war der beste!

„Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete“ fiel er direkt vor die Füße eines Pastors. Damit nicht genug, der Pastor hatte sich gerade in den Ruhestand verabschiedet. Und immer noch nicht genug, Luther landet tatsächlich in der Gegenwart!

Wer soll diese Story schon glauben. Glücklicherweise tut dies der Pastor. Beide unterhalten sich schnell über die Reformation und auch über Luthers vermeintliche Übersetzungsfehler.

Dem Autor gelingt es in hervorragender Weise Humor und Theologie zu vereinen. So ist dieses Buch eine sehr unterhaltsame Lektüre, jedoch zugleich auch theologisch recht anspruchsvoll. Gralle macht auch vor den unbequemen Themen keinen Halt. Wie war das mit dem Judenhasser Martin Luther?

So manch ein anderes Überraschungsmoment eröffnet der Autor seinem Leser und verbreitet damit nicht nur gute Laune, sondern auch mehr Wissen über den großen Reformator Dr. Martin Luther, der übrigens den Pastoren der Gegenwart gehörig die Köpfe wäscht!

Brendow, ISBN 978-3-865-06781-4, Preis 14,95 Euro

Albrecht Gralle hat Bücherändernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Albrecht Gralle, ich bin seit Jahren ein Gralle-Leser und möchte behaupten, mit Zeitreisen haben Sie sich noch nicht beschäftigt? Wie kamen Sie auf die Idee Martin Luther in die Gegenwart zu stellen?

Das stimmt nicht ganz. In einem meiner letzten Jugendbücher „Der Löwe des Herrn Dürer“ (Beltz und Gelberg) lasse ich zwei Kinder im Dürermuseum in Nürnberg durch einen Schacht in das 16. Jahrhundert fallen. Dort erleben sie eine Menge Abenteuer mit Albrecht Dürer… Und im Buch „Der gläserne Vogel“ (Brendow Verlag) geraten Kinder in eine Parallelwelt. Von daher war die Zeitreise für mich nicht ganz abwegig. Und als Narnia Fan erst recht nicht.
Wie kam es zu dem Lutherbuch? Das hing damit zusammen, dass Nicolas Koch mich angefragt hatte, ob ich nicht ein Buch über Luther schreiben könnte, in dem er sich historisch anders entscheidet. Das hat mich zwar noch nicht herausgefordert, aber der Gedanke ließ mich nicht mehr los und dann kam ich auf die Idee, dass es spannend wäre, wenn ich Luther in unsere Zeit versetzte. Ungeahnte Konflikte, witzige Situationen, Diskussionen könnten daraus entstehen…

Der arme Luther tut sich eigentlich gar nicht so schwer daran, in der Gegenwart zu bestehen, lediglich theologische Dispute scheinen mit ihm nicht so einfach. Was mir neu war, dass er selbst im Nachhinein immer wieder neu über einzelne seiner Übersetzungen nachgedacht hat. Gibt es da tatsächlich etwas Verlässliches von Luther selbst?

Bei meinem Quellenstudium habe ich herausgefunden, dass es unzählige Überarbeitungen gab. Der Grobentwurf der Übersetzung gelang ihm zwar verhältnismäßig schnell, aber manches hat er oft hin und her überlegt, wie es ja die meisten Übersetzer tun. In seinen Tischreden lässt er gelegentlich ein Wort fallen, was seine Übersetzungen betrifft. In den Stellen in der Schöpfungsgeschichte, die ich am Anfang zitiere, war er als Kind seiner Zeit sehr befangen, als er sich die Frau als „Gehilfin, die um ihn sei“ zusammengebastelt hat und es nicht wagte, sie als „Hilfe, ihm gegenüber“ zu übersetzen, wie es dem hebräischen Original entspricht. Aber der Gesamtentwurf Luthers und sein sprachliches Talent sind natürlich unbestritten. Er hat die Sprache eines ganzen Volkes geprägt.

Der Reformator legt gleich an mehreren Stellen seinen Zeigefinger auf gegenwärtige Wunden. So sagt er beispielsweise: „Ich hab hier bei euch keine heißen Beter nit gesehen.“ Was glauben Sie, warum haben wir so eine gegenwärtige Gebetsflaute?

Einmal liegt es vielleicht daran, dass es vielen einfach zu gut geht und sie nicht ums Überleben kämpfen müssen und zum anderen könnte es daran liegen, dass der Glaube an Gott zu wenig im Alltag integriert ist und unser Leben von feinen Zweifeln durchwebt ist nach dem Motto: Interessiert sich Gott wirklich für meine kleinen Angelegenheiten? Vielleicht haben wir zu wenig Selbstbewusstsein, um uns Gott wirklich so zuzumuten wie wir sind.

Gralle

Autor Albrecht Gralle

Will man über Luther und seine Reformen nachdenken, muss man ihn unbedingt in seiner Zeit sehen, dies wird in Ihrem Roman sehr deutlich. Im Roman lassen Sie ihn an einer Stelle sagen: Versteckt euch doch heute nicht immer hinter diesem Luther! An was denken Sie da konkret?

Man kann Luther sehr gut zitieren, um Kriege zu rechtfertigen, er hat ja sehr derbe Worte gegen seine Feinde gebraucht und hat die Fürsten in ihren kriegerischen Auswüchsen unterstützt. Aber da muss man Luther auch aus seiner Zeit verstehen. Er fürchtete, dass durch die Bauernkriege seine Reformation zerstört würde. Heutige Kriege mit ihrer Massenvernichtung kann man nicht mit den Kriegen im 16. Jahrhundert vergleichen.
Hier hat Luther seinen eigenen Maßstab „Was Christum treibet“ nicht an die Bibel angelegt, sonst hätte er Jesu Worte vom Frieden und der Feindesliebe ernster nehmen müssen. Außerdem hat sein theologischer Ansatz der „Zwei-Reich-Lehre“ staatliche Gewalt gefördert und eine ungute Trennung zwischen christlichem und weltlichem Handeln herbeigeführt. Man muss auch als Lutheraner nicht allem folgen, was Luther gesagt und getan hat.

Ihr Roman hat viele Facetten. Da steht natürlich die humorvolle Story im Vordergrund, da sind aber eben auch theologische Dialoge eingebaut die es in sich haben. Wie lange haben Sie an diesem Roman gearbeitet?

Ungefähr ein halbes Jahr. Manche theologischen Debatten musste ich mir natürlich nicht neu zusammenstellen. Da hat mir mein Theologiestudium und meine Lektüre Jahre vorher geholfen.
Was mir auch Spaß gemacht hat, das war die Recherche an den Orten selbst. Natürlich habe ich im Gasthaus „Das Brodhaus“ in Einbeck sämtliche Biersorten probiert, die ich auch Luther probieren lasse. Ich bin mit dem Zug die Strecke gefahren, die Luther gefahren ist und habe in Wittenberg interessante Gespräche geführt. So ein Buch zu schreiben ist nicht nur Arbeit. Es ist selber eine Art Zeitreise.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Der Brendow Verlag stellt uns drei Verlosungsexemplare zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 27. November 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Daniel, B.B. und Jens haben je ein Verlosungsexemplar gewonnen,
herzlichen Glückwunsch!

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Christine Schirrmacher: Politischer Islam und Demokratie

politischer islam

Rezension von Christian Döring:
„Eine demokratisch gewählte Regierung kann von Islamisten letztlich nicht anerkannt werden, da für den Islamismus die Scharia als Gottes unaufgebbares Gesetz gilt, die Demokratie jedoch nur als von Menschen gemachtes System.“ Solche Zitate gibt es eine ganze Menge in diesem Buch, sie machen deutlich, wie die theologische Faktenlage ist.

Durch die Sammlung der einzelnen Beiträge in diesem Buch, die zum Teil fünf Jahre alt sind, muss sich der Leser auf mehrere Dopplungen gefasst machen. Im Buch beispielsweise geht die Autorin noch von 4 Millionen Muslimen in Deutschland aus, eine Zahl die spätestens seit Sommer 2014 der Geschichte angehört.

Unter anderem geht Christine Schirrmacher der Frage nach: Wie werden aus jungen Muslimen in Deutschland gewaltbereite Jihadisten? Dieser Frage geht die Autorin sehr genau nach und entlässt dabei auch den Leser nicht aus seiner Verantwortung. Geht es nach Auffassung der Autorin, sind es nicht immer die großen Ziele des politischen Islam, die junge Gewalttäter aktiv werden lässt. Da geht es eben auch um das Gefühl des wirklichen Dazugehörens hier in der deutschen Gesellschaft. Bedenkt man, dass die Zahl der Gewaltbereiten auf etwa 1 % geschätzt wird, kann man sich die erschreckend große Zahl bei geschätzten 5 Millionen Menschen schnell ausrechnen.

Themen wie Zwangsheirat und Scharia in Deutschland werden von Christine Schirrmacher ebenso eingehend behandelt, wie die Frage: Kann es in muslimischen Ländern wirkliche Religionsfreiheit geben?

Keine Frage, dieses Buch lohnt sich zu lesen. In betont sachlicher Tonlage trägt es die wichtigsten Themen und Konfliktfelder im Zusammenleben mit Muslimen zusammen.

Der Leser wird allerdings schnell bemerken, dass es d e n Islam ebenso wenig gibt wie d i e Kirche. Die meisten Zahlen sind wie bereits geschrieben, spätestens seit diesem Sommer hinfällig, aber dennoch ist man mit diesem Werk gut bedient, gibt es sich glücklicherweise nicht mit Parolen und oberflächlichen Erklärungen zufrieden!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-775-15655-4, Preis 16,95 Euro

Der Hänssler Verlag stellt uns ein Verlosungsexemplar dieses Buches zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 26. 11. 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Das Verlosungsexemplar hat Björn gewonnen,
herzlichen Glückwunsch!

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