Budde/Seiler: Kleines Weihnachtsbuch

kleines weihnachtsbuch

Rezension von Christian Döring:
Bedenkt man die Vielzahl von Büchern die in der Vorweihnachtszeit mit Kurzgeschichten den Büchermarkt überschwemmen, ist es ziemlich mutig, dass sich nun drei junge Autoren mit diesem Weihnachtsbüchlein dazugesellen.

Ihr eigener Anspruch ist es Weihnachtsgeschichten zu schreiben, “ … die mit Kitsch und Glitzer nur wenig zu tun haben.“ Gleich in der ersten Geschichte beschreibt Constanze Budde, dass das Weihnachtsfest nicht immer mit tollen Geschenken und Gänsebraten gleichzusetzen ist. Mia und Sophie gehen zwar in eine Klasse, aber vom Reichtum her, liegen Welten zwischen ihnen. Mias Welt ist in diesem Jahr aus den Fugen geraten. Der Vater wird bald sterben, das Geld ist bereits knapp, es reicht nicht einmal für das Festtagsessen. Sophie erwacht aus ihrem Luxusleben und beginnt sich für Mia zu interessieren. Schnell wird klar: Manchmal ist Weihnachten wenn der andere lächeln kann.

Der christliche Glaube zieht sich zum Teil unausgesprochen durch alle 50 Seiten dieses Büchleins. Es ist schnell ausgelesen, aber die Geschichten gehen einem noch lange nach!

Vom Spielzeugmacher erzählt Michael Seiler in seiner Kurzgeschichte. Dem Künstler ist es wichtig nicht nur Spielzeug herzustellen, sondern damit Freude zu bereiten. Sein ganzes Leben lang hat er an seiner Drehbank gesessen, bereits sein Vater war dieser Berufung gefolgt. Der Spielzeugmacher hat politische Systeme überlebt, lange wird er seiner Arbeit nicht mehr nachgehen können, aber noch kann er Freude schenken und dies ist ihm wichtig.

Leicht wird es dieses Weihnachtsbüchlein auf dem riesigen Büchermarkt nicht haben, aber seine Geschichten kommen tatsächlich ohne Kitsch und Glitzer aus und genau dies macht dieses Büchlein zu einem wertvollen Weihnachtsgeschenk!

CreateSpace, ISBN 978-150-30033-54, Preis 3,99 Euro

Mit-Autor Michael Seiler hat Bücherändernleben nun diese Fragen beantwortet:

Hallo Michael, zusammen mit zwei anderen Autoren hast du soeben ein “Kleines Weihnachtsbuch” herausgegeben. Wie habt ihr euch gefunden und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Weihnachten ist klasse und für mich immer noch die schönste Zeit im Jahr. Einzigartig und unterschätzt, gerade wenn man den Sinn dahinter mitfeiert. Es gibt schon eine Menge Bücher darüber, aber ich wollte neben dem ganzen Trara auch mal auf die Krippe zeigen und nicht nur die angenehmen Seiten erwähnen.
Mitautorin Nummer Eins (Constanze) habe ich an der Uni kennengelernt, da wir beide Skandinavistik und Buchwissenschaft studiert haben. Irgendwann haben wir entdeckt, dass wir beide schreiben und da mir ihre Geschichten gut gefallen, war sie die erste, die ich gefragt habe. Ein weiterer Beitrag stammt von meiner Frau, die mir auf meine Frage nach weiteren Ideen eine schöne Andacht zum Thema geschrieben hat.

In Anbetracht der Flut weihnachtlicher Literatur ist dieser Schritt sehr mutig, woher kommt euer Mut?

Wir haben zum Teil bereits Bücher veröffentlicht und damit unsere erste Mutprobe bestanden; wissen also, dass es durchaus funktionieren kann. Das macht schon mutig. Jetzt so ein vielbeackertes Gebiet herzunehmen ist aber auch ein Experiment um einfach mal zu schauen, wie so “alternative” Weihnachtsliteratur ankommt.

Michael Seiler

Foto: Michael Seiler

Beim Lesen des Büchleins war ich viel zu schnell am Ende angelangt. Warum habt ihr nicht mehr an Kurzgeschichten aufgenommen?

Die Antwort ist einfach – wir hatten (noch) nicht mehr Material zur Verfügung. Es wird aber sicher nicht das letzte Buch dieser Art bleiben, daher können zukünftige Ausgaben oder zusätzliche Veröffentlichungen durchaus auch dicker werden. Darüber hinaus sollte es als kleine Geschenkidee geeignet sein und der Preis niedrig gehalten, weil wir damit keine kommerziellen Absichten verfolgen. Etwaige Überschüsse werden übrigens gespendet, unter anderem an den http://www.stoffwechsel.com/ in Dresden (stoffwechsel.com), der mir als ehemaligem Mitarbeiter besonders am Herzen liegt.

Viele Leser lesen seit Jahren die Weihnachtsbücher anderer Verlage. Warum lohnt es sich in diesem Jahr unbedingt das “Kleine Weihnachtsbuch” zu lesen und vielleicht zu verschenken?

Wie der Klappentext andeutet, verzichten wir weitestgehend auf klingelnde Glöckchen und puderbestäubte Engelchen. Es geht um Weihnachten, wie es von Leuten erlebt wird, für die es aus verschiedenen Gründen eben nicht in erster Linie ein Shoppingevent ist. Wir machen inhaltlich einen Unterschied, ohne die Moralkeule zu schwingen.

Drei Verlosungsexemplare stellen uns die Autoren zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 29. November 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

Margit, Angela und Maria
haben ein Verlosungsexemplar gewonnen.
Herzlichen Glückwunsch!

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8 Kommentare

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8 Antworten zu “Budde/Seiler: Kleines Weihnachtsbuch

  1. Angela

    Klingt gut und passt zu meinem Vorsatz, an Weihnachten weniger Wert auf äußeres und materielles zu legen.

  2. margrit

    Da bin ich mal gespannt …

  3. Der Jochen

    Würde mich interessieren…

  4. Jenny S.

    mal ein etwas anderes weihnachtsbuch und das ist auch gut so – unbedingt lesen mag. 🙂

  5. Maria

    Das Büchlein hört sich toll an. Ich mag Kurzgeschichten, die lese ich gern in der Bahn, im Wartezimmer oder abends zum „runterkommen“.

  6. Edelgard

    Ich liebe Weihnachtsgeschichten! 🙂

  7. Edith

    Ich mag solche ‚anderen‘ Weihnachtsgeschichten 🙂

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