Monatsarchiv: Dezember 2015

Max Lucado: Das Cafe zwischen Himmel und Erde

das cafe lucado

Diese letzte Rezension in 2015, soll zugleich Ausblick in das Jahr 2016 sein, denn offiziell erscheint dieser Roman erst am 1. Januar 2016. Hier kann er allerdings schon jetzt gekauft werden. Der Verlag hat uns aber auch ein Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt. Wer seinen Kommentar bis zum 10. Januar 2016 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück und ein gesegnetes, friedliches 2016 !!!

Rezension von Christian Döring:
Chelsea kommt mit ihren beiden Kindern zurück an den Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Ihr Mann Sawyer, ein Sportler mit viel Geld auf dem Konto, hat alles falsch gemacht, was man als Ehemann nur falsch machen kann. Nach 12 Ehejahren erfährt Chelsea, dass er sie betrogen hat und die Verantwortung dafür trägt, dass das einst gut gefüllte Konto an Schwindsucht leidet. Für Chelsea gibt es nur noch die Scheidung.

Sehr gespannt war ich auf den ersten Roman von Max Lucado. Gut, er hat seine Botschaft in eine herrlich-himmlische Story verpackt, aber seiner Botschaft bleibt er treu: Frag nach Gott und er wird sich dir zeigen!

In das gemütliche Café ihrer Großmutter kehrt Chelsea zurück. Sie will es neu eröffnen. Aber Chelsea kommt auch an einen Ort zurück, an dem sie selbst Verwundung und Schmerzen an ihrer Seele erlitten hat. Fest steht für sie, dass ihr alter Vater, der als einziger noch lebt, Schuld an der Tragödie der Vergangenheit trägt. Sie will mit dem alten Mann auf keinen Fall etwas zu tun haben …

Nachdem das Café von Chelsea eröffnet wurde, ist die Zahl der Besucher mehr als spärlich. Der Ort an dem Besucher in früheren Jahren neben leckerem Kaffee auch Trost und Hoffnung bekamen, ist für Chelsea zu einer neuen Pleite geworden. Die Situation ändert sich grundlegend, als plötzlich der Gott-Blog installiert wird. Besuchern des Cafés ist es nun möglich, hier eine Frage direkt an Gott zu stellen und er selbst antwortet innerhalb weniger Minuten darauf.

Sie meinen dies geht nicht? Doch es ist möglich!

In der Story von Max Lucado spielen Engel eine wichtige Rolle. Dem Leser wird schnell deutlich, dass Gott Engel braucht. Seine Liebe zu uns Menschen wird genau dort sichtbar, wo Engel ins Geschehen eingreifen.

Übrigens, und auch dies wird beim Lesen sehr deutlich: Da wo Menschen beginnen auf ihren Nächsten zu achten, da werden sie im Handumdrehen Mitarbeiter der himmlischen Heere.

Dieser Roman, der auch von Teetrinkern gelesen werden darf, ist eine ausgezeichnete Lehrstunde im Fach Vergebung und gleichzeitig eine sehr unterhaltsame Lektüre!

Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-386827-553-7, Preis 15,95 Euro

Herzlichen Glückwunsch!
Edelgard hat das Verlosungsexemplar gewonnen.

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Beile Ratut: Das schwarze Buch der Gier

das schwarze buch der gier

Rezension von Christian Döring:
Ein Freund hat mich auf dieses Buch hingewiesen. Erst wollte ich es nicht lesen. Es macht so einen düsteren Eindruck. Da steht ein Mensch hüfthoch im Wasser und ich kann nicht erkennen ob er gleich untergehen wird. Fröhlich sieht anders aus!

Aber der Freund bohrte nach. Ich griff zum Buch. Ein düsteres 287-Seiten-Werk, traurig, über weite Strecken hoffnungslos, manchmal brutal …

Da ist ein kleines Mädchen namens Alba. Einen großen Bruder hat sie. Der ist nicht nur ihr Spielpartner, der ist für sie mit seinen gerade mal acht Lenzen der große Held. Aber eines Tages ist Schluss mit lustig. Samuel kommt nicht mehr nach Hause. Er war nur mal schnell in den Wald gelaufen. Was dort passierte weiß niemand. Nach wochenlanger Suche gibt die Polizei auf.

Samuels Schwester und aus deren Sicht ist dieser Roman geschrieben, trägt Jahrzehnte sehr schwer an diesem Ereignis. Das Verschwinden des Bruders bestimmt das Leben der Schwester. Vater und Mutter sind unfähig mit Alba zu reden, so wird die 6jährige Schwester allein gelassen. Zeitweise droht die inzwischen erwachsene Alba unterzugehen.

In märchenhafter Sprache und höchster literarischer Dichte erzählt Beile Ratut. Dabei kehren Sätze und auch Halbsätze immer wieder. Aber ich nehme sie nicht als langweilige Wiederholungsfehler, sondern als mich gefangen nehmende märchenhafte Sprache.

Alba lebt Jahrzehnte mit dem Verlust ihres Bruders. Sie trägt so schwer an ihm, dass sie nicht fähig zu einer Beziehung ist. Männer kommen und gehen. Träume verfolgen sie.

Glücklicherweise lässt mich Beile Ratut nicht in der Hoffnungslosigkeit versauern. Mit Ihrem philosophischem Märchen zeigt sie einen Weg aus der Hoffnungslosigkeit heraus!

Wenn die Gier, die vor nichts halt macht beginnt, Liebe auszurotten, dann lies dieses Buch. Beile Ratut zeigt den Weg, an dessen Ende Licht zu sehen ist!

Ruhland, ISBN 978-3-885-09102-8, Preis 19,80 Euro

Beile Ratut hat Bücherändernleben nun folgende Fragen beantwortet:

Liebe Beile Ratut, wie kommt eine junge Autorin auf ein so düsteres Thema für ihren Debütroman?

Ich schreibe Bücher über das, was aus meiner Sicht entscheidend ist. Mit meinen Büchern gehe ich in Konfrontation zu dem, was ich wahrnehme und beobachte, was mich beunruhigt, was mir Angst macht. Die Welt ist eben auch voller schrecklicher Dinge, eigentlich viel schrecklicher, als wir wahrhaben wollen. Das ist doch beunruhigend. Aber ich denke, wenn ich die menschliche Natur verstehen will, wenn ich andere Menschen wirklich lieben will, dann muss ich genau hinsehen. Dann muss ich wissen, wer ich wirklich bin und wer sie wirklich sind. Und dazu gehört, das Ausmaß des Bösen in der Welt und in uns sowie seine Folgen zur Kenntnis zu nehmen. Und dann versuche ich auch, darüber zu schreiben, wie ein Ausweg sein könnte. Ich habe keine Lust, noch einen Krimi zu schreiben, in dem das Böse eben einfach nur Dekoration ist. Oder noch einen Liebesroman, der eigentlich nur davon handelt, was man sich so unter Liebe vorstellt. Aber das ist eigentlich oft auch nichts anderes als Zufall oder das Verdecken von innerem Mangel. Ich habe also das geschrieben, was ich schreiben muss. Das Thema des verschwundenen Bruders fand ich spannend, weil dadurch, dass die Hauptperson nicht weiß, was mit ihm geschehen ist, eine Leerstelle entsteht, die das Böse der ganzen Welt möglich werden lässt.

Du schreibst aus Sicht der Schwester. Ganz tief tauchst Du in Ihre Gedankenwelt ein, manchmal denke ich beim lesen: ob die Autorin da nicht auch biografisches verarbeitet?

Nicht direkt biografisches. Natürlich ist mein Roman immer auch sehr geprägt davon, wie ich die Welt sehe und erlebe. Ganz vieles fließt da ein. Aber ich verarbeite nicht direkt eigenes Erleben, sondern eher eigenes Nachdenken über die Welt und den Menschen. Ich möchte auch nicht über mich schreiben, etwas Subjektives also, sondern Geschichten erzählen, die so stark sind, dass sie für sich selbst stehen, unabhängig davon, wer ich nun bin.

Ausgehend vom Verlust des großen Bruders, trägst Du Dein Thema dann aber auf eine Stufe, die uns Leser alle sehr konkret angeht. Menschliche Gier, Desinteresse am Anderen, all dies wirfst du der Menschheit vor. Ich kann das nicht in Frage stellen, aber warum hast Du daraus einen Roman gemacht?

Mit dem Roman möchte ich die Normalität dekonstruieren. Wir haben ja immer ein bestimmtes Bild davon, was normal ist, doch dieses Bild erscheint mir oft verzerrt, auch verschleiernd, sogar verlogen. Es blendet ganz vieles aus. Wenn du anfängst, mit den Menschen wirklich zu reden, dann hörst du, was alles hinter der Normalität versteckt ist, all die Nöte, Abhängigkeiten, das Verdrängen, die Verwundungen und Schuld. Aber dann geht man eine rauchen, einkaufen und mit den Kollegen ein Bier trinken. Man macht einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Als wäre das alles gar nicht da. Und wenn dann ein Mensch doch anfängt, sich mit all diesen verleugneten Dingen zu beschäftigen, wird er feststellen, dass das gar nicht so einfach ist, dass man ihn dafür sogar hart angeht. Wir vertragen das Leben also eigentlich nicht wirklich, wir wollen oft auch gar nicht, dass Heilung kommt. Sie erschüttert ja das ganze Gefüge, nagt an unserer Normalität. Zum anderen stellt das Buch ja auch moralische Fragen. Wir halten einen Menschen für menschlich in Ordnung, wenn er „nett“ ist. Vor dem Hintergrund des verschwundenen Bruders wird aber deutlich, dass das gar nicht stimmen kann. Vielleicht hat ein ganz „netter“ Mensch ihm dann doch Gewalt angetan? Wir wissen ja meist nicht, was sich hinter den Kulissen abspielt. Und so treffen die Menschen dann auch ihre Lebensentscheidungen, binden sich an andere Menschen, weil sie „nett“ erscheinen, und eben nicht, weil sie durch moralisch überzeugendes Handeln unser Vertrauen errungen hätten. Das ist gefährlich, weil es auch wieder etwas ist, das die sogenannte Normalität zementiert.

beile ratut

Foto: Beile Ratut

In Deinem Buch steht geschrieben: Gier rottet die Liebe aus. Warum gehen wir Menschen so mit uns um? Kannst Du uns einen besseren Lebensentwurf herzaubern?

Ich denke, wenn der Mensch alleiniger Maßstab ist, wenn es nichts Absolutes über ihm gibt, das real ist, dann muss er natürlich versuchen, für sich das beste herauszuholen. Dann muss er eigentlich gierig sein. Dann gibt es vielleicht graduelle Unterschiede, der eine ist vielleicht mit einem besseren Charakter geboren und denkt auch mal an andere, der andere ist eben von seinem Wesen her, eher eigennützig. Oder die Umstände führen dazu, dass man es sich leisten kann, nicht nur an sich zu denken. Dann gibt es nur das, was hier und jetzt da ist, was wir uns irgendwie aneignen können. Auch ist es so, dass der Mensch, wenn er nur das hat, was faktisch möglich ist, und nicht das, was noch nicht ist, vielleicht nicht einmal sein könnte, sich uns aber durch Glauben erschließen kann, so ein Mensch bleibt natürlich auch gefangen und verstrickt in den Mächten dieser Welt. Und wenn ein Mensch innerlich sehr unsicher ist, wenn er vor Leiden zurückscheut und sich den schmerzhaften Dingen nicht stellen will, dann wird er, egal ob in der Kirche oder außerhalb, auch nur das wiederholen, was schon da ist, und nichts Neues wagen. Nehmen wir aber mal an, dass es einen Gott gibt, dem der Mensch nicht egal ist, der sogar einen großen Plan für unser Leben hat, dann könnte man natürlich alles etwas entspannter nehmen. Wenn dieser Gott sich dann nicht einmal zu fein ist, höchstpersönlich in diese Welt zu kommen, um dem Bösen die Macht über uns zu nehmen, indem er dem Menschen im Leiden vorausgeht, dann müsste man nicht einmal in Notsituationen Angst haben, dann kann man ja gar nicht zu kurz kommen. Aber dann müsste man erst einmal lernen, diesem Gott zu vertrauen, zu vertrauen, dass er real ist, gut ist und uns nicht hängen lässt. Der Mensch heute hat aber unglaublich viel Angst, egal ob in einer Kirche oder außerhalb. Er muss „Seins“ verteidigen, er kann oft gar nicht loslassen und die eigene Not real werden lassen. In meinen Büchern möchte ich aber zeigen, dass das geht. Dass man in der Not nicht untergeht, sondern gerade dort Errettung finden kann, wenn man denn die Errettung wirklich sucht.

Dein Buch ist gespickt mit brutalsten Szenen. Warum mutest Du mir so etwas zu?

Ich denke, dass das Böse da ist , und sehr präsent. Auch wenn wir nicht in einem Kriegsgebiet leben, nicht geschändet werden. Es ist anmaßend zu glauben, dass man im Zweiten Weltkrieg natürlich gegen die Nazis angegangen wäre, dass man sich nichts hätte zuschulden kommen lassen. In jedem von uns steckt die Möglichkeit, Böses zu tun, in vielerlei Weise. Oft tun wir auch Böses, ohne es überhaupt zu bemerken, weil unser Sichtfeld einfach sehr eingeschränkt ist. Wir können ja jetzt gerade auch sehen, wie sehr das Böse in Form von Vernichtung und Gewalt um sich greift, an vielen Orten in dieser Welt. Ich denke, wir müssen uns das genau anschauen, aus Loyalität mit all den Menschen, die schlechter wegkommen als wir selbst. Oder eben auch, um zu verstehen, wie reich wir beschenkt werden, wenn uns diese Dinge nicht widerfahren. Auf der anderen Seite denke ich, dass ein Mensch immer verstrickt ist, als Opfer, aber auch als Täter. Die Gewalt bei uns ist heute oft nicht in erster Linie körperliche Gewalt, bei uns sind es Dinge wie Grenzüberschreitung, Lüge, Ignoranz, Missbrauch, Verleumdung, eben auch Gier. Ich denke, mein Buch zeigt in seiner Gesamtheit, dass wir alle gerrettet werden müssen. Wir können uns nicht selber retten. Wir brauchen eine Antwort. Die Vehemenz des Bösen und die Tatsache, dass die Normalität nur eine sehr unzureichende Verschleierung des Bösen ist, macht die Tatsache der Erlösungsbedürftigkeit, aber auch die Kraft der Errettung, die für uns alle ja möglich ist, nur noch deutlicher. Darum fand ich es richtig, diese Szenen so zu schreiben.

Dieser Bücherblog heißt „Bücherändernleben“. Was kannst oder was willst Du mit Deinem Roman bewirken? Können Bücher überhaupt Leben verändern?

Das ist für mich DIE zentrale Frage! Was kann einen Menschen innerlich anrühren? Was kann ihn dazu bewegen, sich auf den Weg zu machen und die Wahrheit über sein Leben herausfinden zu wollen? Vielleicht ja auch eines meiner Bücher? Das wäre toll.
Daran, dass sich viele Menschen an meinen Büchern auch stören, erkenne ich, dass ich doch irgendwie ins Schwarze treffe, dass ich Punkte anrühre, die angerührt werden müssen. Wichtig ist ja schon mal, dass Bücher so geschrieben werden, dass sie eine Wirkung haben. Ich habe genug Romane gelesen, an die ich mich nicht erinnern kann. Oder ich kann mich zum Beispiel nur daran erinnern, dass es irgendwie um eine Versuchung ging. Aber das Buch hatte keine Bedeutung, nichts Bleibendes, es war im Hinblick auf Werte sogar fragwürdig. Es war nur „ganz nett.“ Aber ein Mensch spürt im Innersten doch sehr genau, ob er es mit etwas Authentischen, mit etwas Lebendigem und Entscheidendem zu tun hat, und er muss selbst herausfinden, ob er sich anrühren lassen will oder nicht. Auf diese Entscheidung hat auch Literatur keinen Einfluss. Wenn jemand nicht will, will er nicht. Aber ein gutes Buch ist dennoch dann im Leben dieses Menschen gewesen. Es ist eine Möglichkeit, es kann nachschwingen. Genau wie ein bescheidener Ratschlag eines klugen Menschen an einen Jugendlichen, der entfaltet seine Kraft vielleicht auch erst Jahrzehnte später. Das weiß man nicht. Ich zumindest mache keine halben Sachen und nichts, woran ich nicht wirklich glauben kann und will. Daher werde ich auch nicht anfangen, Krimis oder Liebesromane zu verfassen, die nett, aber bedeutungslos sind, sondern weiter Bücher schreiben, die dem Leser etwas zumuten. Allerdings wird mein nächstes Buch sicherlich auch mehr vom diesseitigen Glück zeigen als meine bisherigen. Und wer weiß, das eine oder andere Leben ändert sich durch meine Bücher ja wirklich ein wenig.

Herzlichen Dank für Deine Antworten!

Beile Ratut wird in den nächsten Tagen immer mal wieder auf diesen Beitrag schauen. Sie lädt EUCH ein, Eure Gedanken und Fragen aufzuschreiben. Sie wird alles beantworten.

Beile Ratut stellt drei signierte Verlosungsexemplare zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 3. Januar 2016 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Steffen Kern: Mein Gott, Jesus!

mein gott jesus

Rezension von Christian Döring:
Was Steffen Kern mit seinem Buch schafft, er holt Wunder mitten in unseren Alltag hinein. Der Autor schärft unsere Sinne und macht uns sehend! Wunder geschehen viel mehr als wir zunächst annehmen.

Mit einem selbst erlebten Wunder, welches unter die Haut geht, steigt der Theologe in sein Thema ein. Die Ärztin vergisst den jungen Vater Steffen Kern aus dem Behandlungsraum hinauszuschicken. So schaut er zu wie die Ärztin und das Pflegepersonal um das Leben seines Sohnes kämpfen. Das Wunder nimmt seinen Lauf.

Mit einfachen Worten widmet sich der Autor dann den Wundergeschichten Jesus aus dem Johannesevangelium. Er erzählt sie sehr erfrischend mit seinen eigenen Worten, dabei kommen mir die Wunder näher als je zuvor und sprechen mich auf neue Art und Weise an. Ja, Steffen Kern schreibt missionarisch, aber es tut gut zu lesen. Er ist nicht aufdringlich dabei, aber er sagt was gesagt werden muss.

Mutig beschreibt Kern was unserem oft erlahmendem Glaube fehlt. Und was mir in anderen Büchern oft nicht so gefällt, gelingt hier sehr gut. Der Theologe wirft häufig sehr persönliche Fragen ein. Man kann sie einfach überlesen. Man kann sie aber auch ehrlich für sich selbst beantworten und wird dann bemerken, dass dieses Buch noch mehr von seiner Kraft entfaltet.

Ein leicht zu lesendes Buch, es rückt persönliche Glaubensinhalte zurecht und macht sehend für die Wunder der Gegenwart!

SCM Hänssler, ISBN 978-3-775-15664-6, 14,95 Euro

Steffen Kern hat bücherändernleben jetzt nun folgende Fragen beantwortet:

Lieber Steffen Kern, Ihr soeben erschienenes Buch „Mein Gott, Jesus!“ beschäftigt sich mit dem Thema Wunder. Warum war dieses Thema gerade zu diesem Zeitpunkt für Sie dran?

Eigentlich sind die Wunder in unserem Leben ja immer dran, oder? (lacht) Aber ehrlich gesagt, finde ich einfach immer wieder neu faszinierend, was Jesus getan hat. Mich begeistert, wie er Menschen begegnet ist. Die Wunder, die im Johannesevangelium berichtet werden, haben Tiefendimensionen, die wir häufig überlesen. Darüber hab ich immer wieder nachgeforscht und bin neu ins Staunen gekommen. Es war an der Zeit, das in ein Buch zu fassen.

Ihr Buch beginnen Sie mit der Beschreibung eines selbst erlebten Wunders. Der Ärztin gelingt es Ihren Sohn aus einer lebensbedrohlichen Situation heraus zu holen. Für Sie ist das ein Wunder. Ein Außenstehender könnte sagen: Da hat der Kleine noch mal Glück gehabt. Wie würden Sie diesem Außenstehenden erzählen, dass es sich um ein Wunder handelt?

Da will ich gar nicht streiten: Natürlich hat mein Sohn Glück gehabt, dass er noch am Leben ist. Aber ich habe diese dramatischen Minuten als ein Wunder erlebt. Und ich bin Gott unendlich dankbar dafür. Manche sagen Zufall, manche sagen Schicksal, ich sage: Es ist ein Wunder Gottes. Natürlich ist das eine Frage des Glaubens und des Vertrauens, aber wer beginnt, die Welt mit Augen zu sehen, die für Wunder offen sind, entdeckt eine neue Wirklichkeit. Das ist die Wirklichkeit Gottes.

Steffen Kern 2013

Foto: Steffen Kern

Selbst wenn Christen heute miteinander ins Gespräch kommen, ist das Thema Wunder eins, welches gern in die biblische Vergangenheit zurückgeschoben wird. Warum ist das so?

In der Bibel werden uns Wunder berichtet; Jesus hat viele Wunder getan. Wir erleben dagegen oft, dass Wunder, die wir uns ersehnen, ausbleiben. Die Welt ist voller Wunder, aber sie ist auch voller Krankheit, Not, Krieg und Tod. Gerade darum ist es so wichtig, dass wir heute in unseren Nöten den Blick für die Wunder Gottes gewinnen. Gott handelt heute wie zu allen Zeiten. Wir dürfen ihn auch um Wunder bitten und jederzeit mit Wundern rechnen.

Sie machen in Ihrem Buch Mut dazu Wunder auch in der Gegenwart wahrzunehmen. Warum sollten wir das tun? Was haben wir davon?

„Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“ – Dieser Satz von David Ben Gurion wurde schon oft zitiert – und er stimmt einfach. Wenn wir das Wunderbare entdecken, gewinnt unser Leben einen neuen Horizont. Wer Augen hat für die Wunder Gottes in der Schöpfung, aber auch für die Wunder, die Gott heute tut, lebt anders. Dankbarer, zufriedener, hoffnungsvoll.

Wunder geschehen immer da wo es grad ein Problem gibt. Entweder ist jemand blind oder auf der Flucht. Unsere Gegenwart ist so problembeladen, ist sie nicht geradezu eine Einladung für Wunder? Kann ich Wunder herbeibeten?

Nein, herbei beten kann ich sie nicht, denn Gott ist kein Automat. Und doch können wir erwartungsvoll beten – und schon während des Betens kommen wir ins Staunen, denn wir werden offen für Gottes Möglichkeiten. Da ist es nur ein kleiner Schritt, wenn wir erleben, dass auch ein Wunder so geschieht, dass sich unsere Wirklichkeit verändert. So können wir mit der Popsängerin Nena einfach nur feststellen: Wunder geschehen.

Vielen Dank für das Gespräch!

SCM Hänssler stellt uns ein Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 3. Januar 2016 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Geir Lippestadt: Ich verteidigte Anders Breivik

andres breivik

Rezension von Christian Döring:
Beim Autor klingelt das Telefon und er wird von der Polizei gefragt: Willst du den größten Massenmörder den Norwegen in seiner Geschichte hatte anwaltlich vertreten? Er bittet namentlich dich!
Geir Lippestadt war platt. Warum hat Breivik ausgerechnet ihn gebeten?
Was geht in den Minuten des Überlegens in dem Anwalt vor?
Welche Auswirkungen wird dies auf seine Karriere haben?
Alles Fragen auf die der Anwalt seine Antworten in diesem Buch gibt.
Für mich als Leser ist es höchst spannend mit hinein genommen zu werden in die Gedankenwelt des Anwalts, des Massenmörders Breivik und in die Welt der Verhöre und der Prozesstage.
Ich erlebe hier quasi mit wie der Anwalt lernt mit den Medien umzugehen. Sie davon zu überzeugen, dass die Motive, Breivik anwaltlich zu vertreten, nicht darin bestehen, dass etwa gleiche monströse Ideologien sie verbindet, sondern weil Geir Lippestadt dem Mörder mit den Werten des Rechtsstaates begegnen will.
Ein äußerst spannendes Buch. Es ist der Bericht über den Breivik-Prozess, aber noch mehr beinhaltet es die Antwort die wir gesetzlosen, verblendeten Mörderbanden entgegenhalten sollten!
Lippestadt gibt die einzig vernünftige Antwort!

Herder, ISBN 978-3-451-34274-5, Preis 19,99 Euro

Der Herder Verlag stellt uns ein Verlosungsexemplar zur Verfügung. Wer seinen Kommentar bis zum 29. Dezember 2015 unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Viel Glück!

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Der Autor: Der Prediger

der prediger

Rezension von Christian Döring:
Dieses Buch hat es in sich. Ein junger Mann stößt am Tag der Eheschließung seine junge und glückliche Braut von den Klippen und wird so zum berechnenden Mörder.

Dies geschieht vor vielen Jahren. Inzwischen hat der Autor 17 Jahre im Knast verbracht, von dort aus als Freigänger Theologie studiert und anschließend als Seelsorger gearbeitet.

„Sicherlich möchten Sie als erstes erfahren, wer DER AUTOR dieses Buches ist. Aber meinen Namen kann ich auf keinen Fall verraten. Denn wenn herauskommt, wer ich bin, ist meine Familie erledigt.“

In aller Ausführlichkeit schildert der Autor seine Kindheit. Er berichtet von seelischen Verletzungen, die ihm seine Eltern zufügen und er schildert minutiös die Vorbereitung des Mordes. 17 Jahre lang sitzt der Mörder dafür im Knast und er erlebt seine Verwandlung vom Saulus zum Paulus. Da ist nicht nur die wundersame Verwandlung seines ehemals so brutalen Vaters, da ist vor allem seine eigene radikale Umkehr, die beinah sprachlos machen.

Wieder einmal bewahrheitet sich: Bei Gott sind alle Dinge möglich. Das Leben im Knast wird ebenso brutal wie feinfühlig beschrieben. Schuld, Sühne und Vergebung werden zu zentralen Themen. Leider endet das Buch an dem Tag, als der Autor aus dem Knast entlassen wird…

„Der Prediger“ ist eine brutale Geschichte, aber sie zeigt eindrucksvoll, wie die Liebe Gottes selbst in die dunkelste Zelle Zugang findet, um Leben grundlegend zu verändern!

adeo, ISBN 978-3-863-34073-5, Preis 17,99 Euro

Dank des Verlages war es mir möglich mit dem Autor ein Interview zu führen. Vielen Dank an adeo. DER AUTOR hat bücherändernleben folgende Fragen beantwortet:

Lieber Autor, soeben habe ich Ihr Buch „Der Prediger“ gelesen. Sie haben darin Ihren Lebensweg vom Mörder zum evangelischen Pastor beschrieben. Zu welchem Zeitpunkt haben Sie den ersten Entwurf zu Ihrem Buch geschrieben und warum war es Ihnen so wichtig alles aufzuschreiben?

Der Beginn des Schreibens war im Jahre 1987, also noch während der Inhaftierung. Zu dem Zeitpunkt war mein Studium zu Ende, meine Entlassung zögerte und zögerte sich hin, und der zuständige Pastor riet mir, mein Leben mal aufzuschreiben. Dieser Rat war wunderbar – es war meine erste „Therapie“.

Sie haben eine sehr schlimme Kindheit erleben müssen und dennoch geben Sie ihr nicht die alleinige Schuld für den Mord. Später sind Sie zu der Einsicht gelangt, Gott ist ein guter Gott, warum hat dieser Gott Sie selbst dann nicht vor Ihrer Tat bewahrt?

Gott hat mich nicht manipuliert, und Gott manipuliert auch keinen anderen Menschen. Die „Allmacht“ Gottes ist für mich nicht die Macht eines Arnold Schwarzenegger, der munter drauflosballert. Die Allmacht Gottes besteht für mich in seiner Liebe, und seiner Liebe allein. Kurzum, Gott ist wie eine liebevolle Mutter, die ihr Kind in den Arm nimmt, es nährt und wärmt. Deshalb hat Gott mich gar nicht aufhalten können.

Eigentlich wussten Sie schon als kleiner Junge, dass Gott immer da ist. Aber Sie sahen diesen Gott als einen bösen. Wie kam es dazu?

Alle schlimmen Erfahrungen in Radio und Zeitung waren für mich zutiefst erschütternd. Und da ich von Anfang an „wusste“, dass es einen Gott gibt (warum, weiß ich nicht), habe ich daraus den Schluss gezogen, dass Gott zutiefst böse ist. Gott war für mich wie einer der Mächtigen, die nichts anderes im Kopf hatten, als andere niederzumetzeln.

Schuld und Vergebung sind große Themen Ihres Buches. Braucht der Mensch das Böse, um gut zu sein?

Das Böse besteht meiner Meinung nach aus dem TUN. Gedanken sind nicht böse, auch nicht die verwerflichsten Gedanken. Das ist normal und menschlich. Aber diese Gedanken, so sie schlecht sind, auch in die Tat umzusetzen, ist böse.

Im Knast dann ist Ihnen Gott in einer Art Vision begegnet. Gott selbst hat Ihnen die Augen geöffnet und sie fühlen sich bis heute wohl mit diesem liebenden Gott. Was hat dieses völlig neue Gottesbild mit dem Mörder von gestern gemacht?

Demütig. Verständnisvoll gegenüber Menschen, die auch Scheiße gebaut haben. Ich habe erkannt, wenn ich in den Schuhen des anderen stecken würde, würde ich das Gleiche tun … Ich verurteile keinen. Jede böse Tat, von der ich höre, strapaziert jedoch mein Herz.

Sie haben am eigenen Leben auf dramatische Weise erfahren, was Umkehr bedeutet. Sie leben nun bereits seit vielen Jahren mit diesem lieben Gott, arbeiten als evangelischer Pastor, Ihre Anonymität ist Ihnen jedoch sehr wichtig. Warum?

Weil meine Familie das so möchte. Ich für mich hätte kein Problem, allen zu sagen: Ja, ich bin es. Ich bin das Arschloch, das nicht wieder gutzumachenden Schaden bewirkt hat. Und ich freue mich, dass die Kirche mir einen beruflichen Neuanfang geschenkt hat. All das würde ich bereitwillig sagen. Aber meine Frau und Kinder haben Angst vor der Gesellschaft, dass sie als „anders“ gesehen werden könnten.

Ich danke für Ihr Interesse an „Der Prediger“.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten!

Adeo stellt uns ein Verlosungsexemplar dieses Buches zur Verfügung. Wer seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Den Gewinner werden wir am 17. Dezember 2015 ermitteln. Damit der Verlag dem Gewinner das Verlosungsexemplar direkt zuschicken kann, werden wir die Postadresse des Gewinners an den Verlag weiterleiten. Und nun, viel Glück!

Rahel hat das Verlosungsexemplar gewonnen,
herzlichen Glückwunsch!

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