Der Autor: Der Prediger

der prediger

Rezension von Christian Döring:
Dieses Buch hat es in sich. Ein junger Mann stößt am Tag der Eheschließung seine junge und glückliche Braut von den Klippen und wird so zum berechnenden Mörder.

Dies geschieht vor vielen Jahren. Inzwischen hat der Autor 17 Jahre im Knast verbracht, von dort aus als Freigänger Theologie studiert und anschließend als Seelsorger gearbeitet.

„Sicherlich möchten Sie als erstes erfahren, wer DER AUTOR dieses Buches ist. Aber meinen Namen kann ich auf keinen Fall verraten. Denn wenn herauskommt, wer ich bin, ist meine Familie erledigt.“

In aller Ausführlichkeit schildert der Autor seine Kindheit. Er berichtet von seelischen Verletzungen, die ihm seine Eltern zufügen und er schildert minutiös die Vorbereitung des Mordes. 17 Jahre lang sitzt der Mörder dafür im Knast und er erlebt seine Verwandlung vom Saulus zum Paulus. Da ist nicht nur die wundersame Verwandlung seines ehemals so brutalen Vaters, da ist vor allem seine eigene radikale Umkehr, die beinah sprachlos machen.

Wieder einmal bewahrheitet sich: Bei Gott sind alle Dinge möglich. Das Leben im Knast wird ebenso brutal wie feinfühlig beschrieben. Schuld, Sühne und Vergebung werden zu zentralen Themen. Leider endet das Buch an dem Tag, als der Autor aus dem Knast entlassen wird…

„Der Prediger“ ist eine brutale Geschichte, aber sie zeigt eindrucksvoll, wie die Liebe Gottes selbst in die dunkelste Zelle Zugang findet, um Leben grundlegend zu verändern!

adeo, ISBN 978-3-863-34073-5, Preis 17,99 Euro

Dank des Verlages war es mir möglich mit dem Autor ein Interview zu führen. Vielen Dank an adeo. DER AUTOR hat bücherändernleben folgende Fragen beantwortet:

Lieber Autor, soeben habe ich Ihr Buch „Der Prediger“ gelesen. Sie haben darin Ihren Lebensweg vom Mörder zum evangelischen Pastor beschrieben. Zu welchem Zeitpunkt haben Sie den ersten Entwurf zu Ihrem Buch geschrieben und warum war es Ihnen so wichtig alles aufzuschreiben?

Der Beginn des Schreibens war im Jahre 1987, also noch während der Inhaftierung. Zu dem Zeitpunkt war mein Studium zu Ende, meine Entlassung zögerte und zögerte sich hin, und der zuständige Pastor riet mir, mein Leben mal aufzuschreiben. Dieser Rat war wunderbar – es war meine erste „Therapie“.

Sie haben eine sehr schlimme Kindheit erleben müssen und dennoch geben Sie ihr nicht die alleinige Schuld für den Mord. Später sind Sie zu der Einsicht gelangt, Gott ist ein guter Gott, warum hat dieser Gott Sie selbst dann nicht vor Ihrer Tat bewahrt?

Gott hat mich nicht manipuliert, und Gott manipuliert auch keinen anderen Menschen. Die „Allmacht“ Gottes ist für mich nicht die Macht eines Arnold Schwarzenegger, der munter drauflosballert. Die Allmacht Gottes besteht für mich in seiner Liebe, und seiner Liebe allein. Kurzum, Gott ist wie eine liebevolle Mutter, die ihr Kind in den Arm nimmt, es nährt und wärmt. Deshalb hat Gott mich gar nicht aufhalten können.

Eigentlich wussten Sie schon als kleiner Junge, dass Gott immer da ist. Aber Sie sahen diesen Gott als einen bösen. Wie kam es dazu?

Alle schlimmen Erfahrungen in Radio und Zeitung waren für mich zutiefst erschütternd. Und da ich von Anfang an „wusste“, dass es einen Gott gibt (warum, weiß ich nicht), habe ich daraus den Schluss gezogen, dass Gott zutiefst böse ist. Gott war für mich wie einer der Mächtigen, die nichts anderes im Kopf hatten, als andere niederzumetzeln.

Schuld und Vergebung sind große Themen Ihres Buches. Braucht der Mensch das Böse, um gut zu sein?

Das Böse besteht meiner Meinung nach aus dem TUN. Gedanken sind nicht böse, auch nicht die verwerflichsten Gedanken. Das ist normal und menschlich. Aber diese Gedanken, so sie schlecht sind, auch in die Tat umzusetzen, ist böse.

Im Knast dann ist Ihnen Gott in einer Art Vision begegnet. Gott selbst hat Ihnen die Augen geöffnet und sie fühlen sich bis heute wohl mit diesem liebenden Gott. Was hat dieses völlig neue Gottesbild mit dem Mörder von gestern gemacht?

Demütig. Verständnisvoll gegenüber Menschen, die auch Scheiße gebaut haben. Ich habe erkannt, wenn ich in den Schuhen des anderen stecken würde, würde ich das Gleiche tun … Ich verurteile keinen. Jede böse Tat, von der ich höre, strapaziert jedoch mein Herz.

Sie haben am eigenen Leben auf dramatische Weise erfahren, was Umkehr bedeutet. Sie leben nun bereits seit vielen Jahren mit diesem lieben Gott, arbeiten als evangelischer Pastor, Ihre Anonymität ist Ihnen jedoch sehr wichtig. Warum?

Weil meine Familie das so möchte. Ich für mich hätte kein Problem, allen zu sagen: Ja, ich bin es. Ich bin das Arschloch, das nicht wieder gutzumachenden Schaden bewirkt hat. Und ich freue mich, dass die Kirche mir einen beruflichen Neuanfang geschenkt hat. All das würde ich bereitwillig sagen. Aber meine Frau und Kinder haben Angst vor der Gesellschaft, dass sie als „anders“ gesehen werden könnten.

Ich danke für Ihr Interesse an „Der Prediger“.

Herzlichen Dank für Ihre Antworten!

Adeo stellt uns ein Verlosungsexemplar dieses Buches zur Verfügung. Wer seinen Kommentar unter diesem Beitrag postet, nimmt automatisch an unserer Verlosung teil. Den Gewinner werden wir am 17. Dezember 2015 ermitteln. Damit der Verlag dem Gewinner das Verlosungsexemplar direkt zuschicken kann, werden wir die Postadresse des Gewinners an den Verlag weiterleiten. Und nun, viel Glück!

Rahel hat das Verlosungsexemplar gewonnen,
herzlichen Glückwunsch!

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13 Kommentare

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13 Antworten zu “Der Autor: Der Prediger

  1. Wirklich spannend, diese Lebensgeschichte – das muss ich lesen …

  2. Persönliche Geschichten sind die besten Zeugnisse

  3. Monika

    wow – ich muss gestehen, dass mich das Cover jetzt nicht so angesprochen hat, aber nachdem ich die Rezi und das Interview gelesen habe, will ich das Buch unbedingt lesen

  4. Salo

    Wow, das klingt nach einer sehr spannenden Lebensgeschichte! Würde ich gerne lesen

  5. Curin

    Mich interessiert diese spannende Lebensgeschichte!

  6. Reni

    würde ich gern lesen

  7. Klaudia Kauer

    Eine ergreifende Geschichte, würde mich sehr über ein Exemplar freuen.

  8. Diese Lebensgeschichte klingt nach einem bemerkenswerten Zeugnis. Gerne würde ich das Buch lesen.

  9. Angela

    Ich liebe wahre Geschichten darüber wie Gott Menschen um 180 Grad verändert! Gott sei Dank dass ihm nichts unmöglich ist. Gibt mir auch immer wieder Hoffnung für „schwierige Fälle“ in meinem Umfeld.

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