Rolf Bauerdick: Wenn Gott verschwindet, verschwindet der Mensch

Wenn Gott verschwindet verschwindet der Mensch von Rolf Bauerdick

Wenn Gott verschwindet verschwindet der Mensch von Rolf Bauerdick

Rezension von Christian Döring:
Dieser Titel macht neugierig. Sein katholischer Autor schreibt „Eine Verteidigung des Glaubens“. Den weltreisenden Rolf Bauerdick kenne ich bereits aus anderen Büchern und vertraue mich ihm gern an. Bei ihm weiß ich sehr genau, er schreibt, was er denkt und muss niemandem nach dem Munde reden.

In zwölf Kapiteln macht der Autor klar, auf welch unterschiedliche Weise wir Menschen uns immer mehr von Gott entfernen und vor allem was anschließend aus uns wird. Er verlässt dabei nicht die Rolle des Beschreibenden. Bauerdick weißt auf Konsequenzen hin, den pädagogischen Zeigefinger allerdings, den braucht er nicht, um eindrücklich darauf hinzuweisen, dass wir an einem Scheideweg stehen.

Der Autor weißt auf Karl Rahner hin und was dieser bereits vor Jahrzehnten zu Papier brachte ist einleuchtend: „Wenn das Wort Gott verschwunden ist, spurlos und ohne Erinnerungsrest, dann hätte der Mensch das Ganze und seinen Grund vergessen, und zugleich vergessen – wenn man das noch so sagen könnte – dass er vergessen hat. Was wäre dann? Wir können nur sagen: Er würde aufhören, ein Mensch zu sein. Er hätte sich zurückgekreuzt zum findigen Tier.“

Was ist also so falsch in unserem Alltag?

Warum lassen wir Gott heute nicht mehr in unseren Alltag hinein?

Verstehen wir Freiheit falsch?

In einem seiner zwölf Kapitel geht Bauerdick sehr präzise auf das Wunder von Lourdes ein und noch mehr auf das Leben der Bernadette Soubirous. Was sie erlebt und erfahren hat, vor allem auch in ihrem späteren Leben als Nonne, genau das meint der Autor, wenn er vom verschwindenden Gott schreibt. Wenn das Dogma den Glauben behindert oder gar unmöglich macht, dann haben wir Menschen Gott bereits verlassen. Eine zutiefst berührende Geschichte, die allerdings nicht allein steht. Rolf Bauerdick hat mehrere solcher Geschichten auf Lager. Einige kennen wir, aber der Autor erzählt sie neu, damit wir erkennen, an welcher Stelle wir Gott den Rücken zukehren, um unsere Karriere als „findiges Tier“ zu starten?!

Das Buch lässt nachdenklich werden. Rolf Bauerdick kratzt nicht irgendwo am Lack, er geht sehr in die Tiefen unseres Menschseins. Er betrachtet die vielen Gottesbilder, die sich Menschen immer wieder neu zusammengezimmert haben. An die sie glaubten und die sie wieder verwarfen.

Woran glauben wir heute?

Warum ist Gott so oft nicht mehr ein Kraftquell?

Rolf Bauerdick ist unbequem, aber er stellt Fragen, die wir längst hätten stellen müssen!

DVA, ISBN 978-3-421-04602-4, Preis 19, 99 Euro

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