Monatsarchiv: Januar 2017

Sharon Garlough Brown: Unterwegs mit dir

 

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Gerth Medien, ISBN 978-3-957-34216-4, Preis 17 Euro

Stellen Sie sich vor, da liegt ein Flyer und Sie lesen: „Kommen Sie mit auf eine geistliche Reise.“

Würden Sie sich trauen?

Die vier Protagonistinnen Hannah, Mara, Meg und Charissa gehen letztlich, wenn auch nicht ganz freiwillig. Hannah ist Pastorin und wird vom geschäftsführenden Pastor aus guten Gründen in eine Auszeit geschickt. Mara hat drei Söhne und einen Ehemann der nichts von Gott wissen will. Die ängstliche Meg ist Witwe und die Unsicherheit in Person. Zuletzt ist da die schöne und vor allem kluge Charissa die gern immer alles unter Kontrolle hat.

Unterschiedlicher können die vier Damen eigentlich nicht sein und doch treffen sie sich auf dieser geistlichen Reise. Anfangs war ich skeptisch. Aber die sogenannten „geistlichen Übungen“ die sehr gut beschrieben und dargestellt werden, die haben mir imponiert.

Wer hindert mich eigentlich daran sie selbst im stillen Kämmerlein oder mit Freunden auszuprobieren?

Beim Lesen stieß ich immer wieder auf Sätze die es wert sind eingerahmt zu werden:“Das Ziel geistlicher Übungen ist es, einen Raum zu schaffen, in dem wir Gott begegnen können … “ oder „Bei geistlichen Übungen geht es darum, neue Gewohnheiten zu formen…“

Wer sich als Leser ganz in diese Story hinein begibt, der ist quasi mit dabei bei dieser geistlichen Reise. Es geht nicht nur darum Gott neu kennenzulernen, es geht viel mehr darum zu erkennen: Jeder von uns hat bisher im Leben sein Päckchen zu tragen gehabt, aber wie kann es nun mit Gott weiter gehen. Vielleicht tut ja Veränderung not?

Zum einen ist es spannend in die Lebensgeschichten der vier Damen hineinzuschauen und Veränderungen in der Gegenwart mitzuerleben. Ich bin aber auch erstaunt wie tief mich diese Lektüre mit hinein auf die geistliche Reise nimmt.

Würde jemand in meinem Umkreis solch eine Glaubensreise anbieten, ich wäre mit dabei!

 

 

 

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Chris Fabry: Wer Hoffnung sät

 

 

 

Gerth Medien, ISBN 978-3-9573-4186-0, Preis 17 Euro

 

Chris Fabry ist seit Jahren ein Garant für besonders faszinierende Storys und auch in „Wer Hoffnung sät“ hat er mich nicht enttäuscht.

Zugegeben, zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten mit der Geschichte klar zu kommen. Jedes Kapitel bedeutet auch immer wieder ein neuer Perspektivwechsel und das sind mehr als zwei. Die Protagonisten erzählen selbst. Hat man sich beim Lesen erst einmal darauf eingestellt, kann man dieser Erzählmethode sogar einiges abgewinnen. Tiefer und lebendiger werden dadurch einzelne Charaktere.

Im Wesentlichen geht es um Will und Karin. Bereits als Teenager sind sie befreundet. Aber am Ende einer gemeinsamen Nacht im Auto überfährt Will zwei kleine Mädchen. Dafür geht er viele Jahre ins Gefängnis. Als er wiederkommt, hat Karin nicht auf ihn gewartet. Einen Pastor hat sie geheiratet.

Immer mehr scheint in dieser Story etwas nicht stimmig zu sein. Es dauert eine Weile bis ich merke, da hat die aufmerksame Lektorin keinen Fehler gemacht, das muss so …

Gegen Ende nimmt das Buch noch einmal deutlich an Spannung zu und der Leser eilt durch die Seiten. So ganz nebenbei denkt Fabry auch über Themen wie Schuld und Sühne, Glaube und Liebe mit seinen Lesern nach!

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Flor Namdar: Liebe statt Furcht

 

 

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Gerth Medien, ISBN 978-3-9573-4193-8, Preis 17 Euro

 

Rezension von Christian Döring:

Als der Iran noch eine Monarchie war, wurde die Autorin als Priviligierte geboren. Ihr Vater war ein hoher Militär und die Familie hatte dadurch sehr viele Vegünstigungen.
Aus Sicherheitsgründen um ihre Famlie zu schützen und um ihre Gemeindemitglieder hier in Deutschland nicht zu gefährden, schreibt die Autorin ihr Buch unter falschem Namen. Sehr anschaulich schildert sie, wie das Leben ihrer Familie unter dem Schah verläuft und Flor behält dabei immer auch das gesamte Land im Blick.
Besonders hilfreich für den Leser: Viele uns fremde Begriffe werden von ihr kurz und verständlich in Fußnoten erklärt. Dies stört keinesfalls meinen Lesefluss. Es trägt viel mehr zum besseren Verständnis bei.
Dann kommt die Revolution des Ajatollah Chomeini und aus dem Land wird ein Gottesstaat. Plötzlich ist es nicht mehr so egal, ob du kurdischer Sunnit oder sonst was bist. Der Vielvölkerstaat Iran fällt von einer Diktatur in eine noch schlimmere. Es ist spannend, Flors Innenansichten zu folgen. Aus der wohlhabenden und priviligierten Familie werden nun Flüchtlinge im eigenen Land, die sich um das tägliche Überleben Sorgen machen müssen.
Alles sieht hoffnungslos aus. Gerade in dieser Situation lernt Flor, die sich inzwischen als Atheistin sieht,  Jesus kennen. Sie spürt seine bedingungslose Liebe zu ihr und ihre Hinwendung zu Jesus lässt einen tiefgehenden und lebensbedrohlichen Riss durch ihre Familie entstehen.
Flors Liebe zu Jesus hat Bestand. Und noch viel mehr sichtbar, der Glaube an Jesus ist grundlegend anders als der muslimische Glaube, den sie einst gelebt hat. Flor lässt sich mitten im Iran taufen. Ein lebensgefährlicher Schritt. Aber auch ein befreiender Schritt, der sie auf ihrem Lebensweg weiterführt, auf dem Jesus nun Regie führt.
Diese Autobiografie empfehle ich allen guten Christen, die sich aus Angst vor Flüchtlingen, rechten Parolenschreihälsen zuwenden. Flor ist heute Pastorin in Deutschland, sie kümmert sich um Konvertiten, die oftmals auch bei uns sehr allein dastehen.
Als Flor Jesus die Regie über ihr Leben überlässt, wird nicht alles in ihrem Leben gut, aber Hoffnung macht sich breit und Flor stark!
Der Autorin bin ich sehr dankbar, dass Sie mir nun  Fragen beantwortet hat:
Flor Namdar, heute erscheint ihr Buch „Liebe statt Furcht“. Warum ist es wichtig für uns Deutsche Ihr Buch zu lesen?

 

In erster Linie geht es mir darum,  Menschen zu ermutigen, Gottes Nähe zu erfahren und ihm zu vertrauen.  Durch meine Geschichte können Sie erfahren, wie der Glaube an Jesus mir Kraft und Mut geschenkt hat, in ganz schwierigen Situationen meines Lebens nicht die Hoffnung aufzugeben.

Sie haben Ihren muslimischen Glauben gegen Jesus eingetauscht.  Was haben Sie jetzt davon?

Ich hatte mich bereits von meinem muslimischen Glauben abgewandt und war Atheistin, bevor ich Christin wurde. Durch Jesus habe ich Frieden gefunden. Meine innere Leere wurde durch ihn und seine Liebe erfüllt.

 

Sie beschreiben, wie gefährlich das Leben von Christen in Ihrem Heimatland auch heute noch ist. Worin besteht die große Motivation und woher kommt die Kraft, dennoch als Christ im Iran zu leben?

Ich beobachte mit Faszination und Begeisterung, dass in den letzten Jahren eine große Erweckung im Iran geschieht. Die Kraft,  trotz aller Gefahr und Anfeindung als Christ im Iran zu leben, kann nur Gott selber schenken. Wenn er mit seiner Liebe in unseren Herzen lebt, kann weder Furcht noch Hass gedeihen.

Mittlerweile leben Sie seit vielen Jahren in Deutschland. Wie nehmen Sie deutsche Christen wahr? Was wünschen Sie sich von Ihnen?

Ich bin in vielen Gemeinden in ganz Deutschland unterwegs, und bin dort vielen wunderbaren Menschen begegnet, die nicht nur theoretisch Christen sind, sondern ihren Glauben wirklich leben. Viele haben ein großes Herz für Menschen, die aus anderen Ländern hierher fliehen. Aber manche sind auch verunsichert. Ich würde sie gerne ermutigen, auf Jesus zu vertrauen und seine Liebe zu leben, die alle Furcht vertreibt.

 

 

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Foto: Die Autorin

(C): Christiane Meyer

Jesus hat Sie in die Freiheit geführt. Er führt Regie in Ihrem Leben. Heißt das, Sie sind nun wunschlos glücklich?

Ich laufe nicht permanent mit einem glückseligen Lächeln durch die Gegend. Aber wenn ich mich auf das besinne, was mir wirklich wichtig ist, kann ich ehrlich sagen: Ja, ich bin glücklich. Ich darf in Frieden leben, werde als Frau respektiert und kann meinen Glauben ohne Angst praktizieren.

Wie geht es Ihnen und Ihrer Tochter heute? Haben Sie noch immer Grund, Angst zu haben?

 Ich will nicht leugnen, dass es Bedrohungen gibt. Auch zum Schutz meiner Familie und meiner Gemeinde habe ich meine Biographie unter einem Pseudonym geschrieben. Aber ich mache mir darum nicht viele Gedanken. Uns geht es gut. Seit Jesus in mir lebt, hat die Angst keinen Raum mehr. Meine Zeit ist in Gottes Hand. Wenn ich gehen soll, dann werde zu ihm gehen. Wie Paulus im Römerbrief schreibt: „Niemand von uns lebt für sich selbst, und niemand stirbt für sich selbst.  Leben wir, dann leben wir für den Herrn, und sterben wir, dann sterben wir für den Herrn. Ganz gleich also, ob wir leben oder sterben: Wir gehören dem Herrn.  Denn Christus ist gestorben und zu neuem Leben auferstanden, um der Herr der Toten und der Lebenden zu sein.“ (Römer 14, 7- 9)

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Soheila Fors: Die Tochter des Emirs

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Soheila ist die Tochter eines iranischen Königs. Der war in den 70er Jahren ein beliebter Mann in seinem kurdischen Stamm unweit der irakischen Grenze. Für Soheila war der Vater der einzige Mensch auf der Welt der sie verstand und der sie vor allem so akzeptierte wie sie war.

Gern spielte sie draußen. Führte sich auf wie ein Junge und es störte sie nicht wenn ihre Mutter deshalb schimpfte. Die Autorin beschreibt sehr anschaulich ihr Leben in der Zeit als noch der Schah an der Macht war. Soheila war nicht nur Kommunistin, sie konnte auch mit der Kalaschnikow umgehen.

 

Der Leser erfährt viel über die Geschichte des Iran, aber auch über Traditionen und Rituale der muslimischen Welt. Eine Frau ist rechtlos und immer unter der fuchtel eines Mannes.

 

Völlig selbstverständlich gerät Soheila ständig an ihre Grenzen in dieser Welt. Sie lässt ihre Leser teilhaben an ihrem Leben und dies ist spannend zu lesen….

 

Heute lebt die Königstochter in Schweden. Sie ist glücklich mit einem Schweden verheiratet und sie fühlt sich sehr wohl in ihrer christlichen Familie. Bis dahin war es allerdings ein weiter und zum Tel lebensgefährlicher Weg. Für mich im gemütlichen Lesesessel liest sich das beinah wie Geschichten aus Tausend und einer Nacht, aber die Realität der Geschichten, holt den Leser schnell zurück in die Gegenwart.

 

Brunnen, ISBN  978-3-7655-4309-8, Preis 13 Euro

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Knispel/Schäfer: Berliner Gespräche

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Es ist höchste Zeit, dass es sich christliche Verlage erlauben politische Bücher herauszubringen. „Berliner Gespräche“ von Martin Knispel und Norbert Schäfer ist schon mal ein guter Anfang.

Wenn auch die CDU mit gleich sieben porträtierten Bundestagsabgeordneten proportional ein wenig zu stark vertreten ist, so bleibt das Buch doch spannend und es zeigt einmal mehr, dass so ein Abgeordneter zum Teil fest verankert im Alltagsleben ist und nicht nur ganz weit oben in irgendwelchen Luftschlössern lebt.
So ganz auf der Höhe der Zeit scheint mir dann zumindest ein Interview doch nicht zu sein. Volker Beck zum Beispiel werden in der Vorstellung, die jeweils am Anfang eines jeden Gespräches steht, noch Ämter zugeschrieben, die er seit seinem Drogenskandal vom März 2016 längst nicht mehr inne hat. Leider haben die Fragesteller diesen Drogenfund auch nur mit einer knappen Buchzeile erwähnt. Warum keine Frage an Volker Beck zum Drogenfund in diesem Gespräch? Auf dem Buchcover lese ich: „Politiker über Glauben, Werte und Verantwortung“, jetzt fehlt mir diese Frage um so mehr!
Ja, ich weiß, hier wurden Bundestagsabgeordnete zum Gespräch gebeten. Ich hätte mir aber auch zwei Gespräche mit AFD Politikern gewünscht. Ich bin kein Fan dieser Partei, aber ich weiß das gerade viele Christen zu ihren Anhängern gehören und in ein paar Monaten sitzen auch AFD Politiker im deutschen Bundestag. Einen Bogen um diese Partei zu machen, macht sie in vielen Augen noch interessanter und leichter wählbar.
Fazit: Für mich sind die „Berliner Gespräche“ ein äußerst spannendes Buch, welches allerdings die eine oder andere Chance versäumt hat, noch spannender beim Leser aufzutreten!
Verlag der Franckebuchhandlung, ISBN 978-3-868-27633-6, Preis 15,95 Euro

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