Flor Namdar: Liebe statt Furcht

 

 

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Gerth Medien, ISBN 978-3-9573-4193-8, Preis 17 Euro

 

Rezension von Christian Döring:

Als der Iran noch eine Monarchie war, wurde die Autorin als Priviligierte geboren. Ihr Vater war ein hoher Militär und die Familie hatte dadurch sehr viele Vegünstigungen.
Aus Sicherheitsgründen um ihre Famlie zu schützen und um ihre Gemeindemitglieder hier in Deutschland nicht zu gefährden, schreibt die Autorin ihr Buch unter falschem Namen. Sehr anschaulich schildert sie, wie das Leben ihrer Familie unter dem Schah verläuft und Flor behält dabei immer auch das gesamte Land im Blick.
Besonders hilfreich für den Leser: Viele uns fremde Begriffe werden von ihr kurz und verständlich in Fußnoten erklärt. Dies stört keinesfalls meinen Lesefluss. Es trägt viel mehr zum besseren Verständnis bei.
Dann kommt die Revolution des Ajatollah Chomeini und aus dem Land wird ein Gottesstaat. Plötzlich ist es nicht mehr so egal, ob du kurdischer Sunnit oder sonst was bist. Der Vielvölkerstaat Iran fällt von einer Diktatur in eine noch schlimmere. Es ist spannend, Flors Innenansichten zu folgen. Aus der wohlhabenden und priviligierten Familie werden nun Flüchtlinge im eigenen Land, die sich um das tägliche Überleben Sorgen machen müssen.
Alles sieht hoffnungslos aus. Gerade in dieser Situation lernt Flor, die sich inzwischen als Atheistin sieht,  Jesus kennen. Sie spürt seine bedingungslose Liebe zu ihr und ihre Hinwendung zu Jesus lässt einen tiefgehenden und lebensbedrohlichen Riss durch ihre Familie entstehen.
Flors Liebe zu Jesus hat Bestand. Und noch viel mehr sichtbar, der Glaube an Jesus ist grundlegend anders als der muslimische Glaube, den sie einst gelebt hat. Flor lässt sich mitten im Iran taufen. Ein lebensgefährlicher Schritt. Aber auch ein befreiender Schritt, der sie auf ihrem Lebensweg weiterführt, auf dem Jesus nun Regie führt.
Diese Autobiografie empfehle ich allen guten Christen, die sich aus Angst vor Flüchtlingen, rechten Parolenschreihälsen zuwenden. Flor ist heute Pastorin in Deutschland, sie kümmert sich um Konvertiten, die oftmals auch bei uns sehr allein dastehen.
Als Flor Jesus die Regie über ihr Leben überlässt, wird nicht alles in ihrem Leben gut, aber Hoffnung macht sich breit und Flor stark!
Der Autorin bin ich sehr dankbar, dass Sie mir nun  Fragen beantwortet hat:
Flor Namdar, heute erscheint ihr Buch „Liebe statt Furcht“. Warum ist es wichtig für uns Deutsche Ihr Buch zu lesen?

 

In erster Linie geht es mir darum,  Menschen zu ermutigen, Gottes Nähe zu erfahren und ihm zu vertrauen.  Durch meine Geschichte können Sie erfahren, wie der Glaube an Jesus mir Kraft und Mut geschenkt hat, in ganz schwierigen Situationen meines Lebens nicht die Hoffnung aufzugeben.

Sie haben Ihren muslimischen Glauben gegen Jesus eingetauscht.  Was haben Sie jetzt davon?

Ich hatte mich bereits von meinem muslimischen Glauben abgewandt und war Atheistin, bevor ich Christin wurde. Durch Jesus habe ich Frieden gefunden. Meine innere Leere wurde durch ihn und seine Liebe erfüllt.

 

Sie beschreiben, wie gefährlich das Leben von Christen in Ihrem Heimatland auch heute noch ist. Worin besteht die große Motivation und woher kommt die Kraft, dennoch als Christ im Iran zu leben?

Ich beobachte mit Faszination und Begeisterung, dass in den letzten Jahren eine große Erweckung im Iran geschieht. Die Kraft,  trotz aller Gefahr und Anfeindung als Christ im Iran zu leben, kann nur Gott selber schenken. Wenn er mit seiner Liebe in unseren Herzen lebt, kann weder Furcht noch Hass gedeihen.

Mittlerweile leben Sie seit vielen Jahren in Deutschland. Wie nehmen Sie deutsche Christen wahr? Was wünschen Sie sich von Ihnen?

Ich bin in vielen Gemeinden in ganz Deutschland unterwegs, und bin dort vielen wunderbaren Menschen begegnet, die nicht nur theoretisch Christen sind, sondern ihren Glauben wirklich leben. Viele haben ein großes Herz für Menschen, die aus anderen Ländern hierher fliehen. Aber manche sind auch verunsichert. Ich würde sie gerne ermutigen, auf Jesus zu vertrauen und seine Liebe zu leben, die alle Furcht vertreibt.

 

 

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Foto: Die Autorin

(C): Christiane Meyer

Jesus hat Sie in die Freiheit geführt. Er führt Regie in Ihrem Leben. Heißt das, Sie sind nun wunschlos glücklich?

Ich laufe nicht permanent mit einem glückseligen Lächeln durch die Gegend. Aber wenn ich mich auf das besinne, was mir wirklich wichtig ist, kann ich ehrlich sagen: Ja, ich bin glücklich. Ich darf in Frieden leben, werde als Frau respektiert und kann meinen Glauben ohne Angst praktizieren.

Wie geht es Ihnen und Ihrer Tochter heute? Haben Sie noch immer Grund, Angst zu haben?

 Ich will nicht leugnen, dass es Bedrohungen gibt. Auch zum Schutz meiner Familie und meiner Gemeinde habe ich meine Biographie unter einem Pseudonym geschrieben. Aber ich mache mir darum nicht viele Gedanken. Uns geht es gut. Seit Jesus in mir lebt, hat die Angst keinen Raum mehr. Meine Zeit ist in Gottes Hand. Wenn ich gehen soll, dann werde zu ihm gehen. Wie Paulus im Römerbrief schreibt: „Niemand von uns lebt für sich selbst, und niemand stirbt für sich selbst.  Leben wir, dann leben wir für den Herrn, und sterben wir, dann sterben wir für den Herrn. Ganz gleich also, ob wir leben oder sterben: Wir gehören dem Herrn.  Denn Christus ist gestorben und zu neuem Leben auferstanden, um der Herr der Toten und der Lebenden zu sein.“ (Römer 14, 7- 9)

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